Online: 14.04.2016 - ePaper: 15.04.2016

Entlarvend

Betrifft: Artikel "Vom Jäger zum Gejagten?" (EJZ vom 12. April)

Der Präsident der niedersächsischen Landesjägerschaft sollte eigentlich wissen, dass die Populationsentwicklung von Wildtieren kaum jemals linear verläuft und von so vielen ganz unterschiedlichen Faktoren abhängt, dass die mathematische Hochrechnung mit der Annahme einer 30-prozentigen Vermehrungsrate bei den Wölfen eine äußerst fragwürdige Größe ist. Das so konstruierte Szenarium von 4500 Wölfen, die im Jahre 2025 in Deutschland leben sollen, ist deswegen völlig unrealistisch und befeuert nur die zunehmend negative Meinungsmache. Hinsichtlich deren Richtung lässt die Abgeordnete Karin Bertholdes-Sandrock mit bemerkenswert entlarvender Offenheit die Katze aus dem Sack: Den Artenschutz aushebeln, den Wolf ins Jagdrecht aufnehmen - und dann natürlich auf die Tiere zu schießen. Vor dem Hintergrund dieser Tendenzen kann man sich fragen, ob es eine gute Idee war, die wichtige Aufgabe des Wolfsmonitorings, das heißt der Überwachung der Bestandsentwicklung, der Landesjägerschaft in Niedersachsen anzuvertrauen.

Axel Bürgener,

Nabu-Wolfsbeauftragter,

Wangerland

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