Online: 14.04.2016 - ePaper: 15.04.2016

Vergleich ist absurd

Betrifft: Leserbrief "Wie ein Stroboskop-Blitz in der Diskothek" von Oliver Rausch (EJZ vom 9. April)

Grundsätzlich stimme ich dem Brief von Herrn Rausch zu, aber es gibt da auch Unstimmigkeiten, auf die ich hinweisen möchte. Es ist inzwischen unstrittig in der Wissenschaft, dass gepulste Strahlung gesundheitlich bedenkliche Reaktionen auslöst; aber diese sind sowohl abhängig von der Frequenz als auch von der Sendeleistung. Ein pauschaler Vergleich verbietet sich vor diesem Hintergrund, und die Einzelheiten sprengen in der Tat den Rahmen eines Leserbriefes.

Aber der Vergleich von Radaranlagen oder Mobilfunkantennen (und aus der Ecke kommen die Untersuchungen - nicht nur - von Herrn Käs) mit WLAN-Routern kommt dem Vergleich von Containerschiffen im Hamburger Hafen mit der Quietscheente in der Badewanne gleich. WLAN-Sendeleistung ist in Deutschland auf 0,2 Watt begrenzt und kann in den Routern meistens noch manuell weiter reduziert werden. Radar- und Mobilfunk senden im Bereich von mehreren 100 Watt bis weit in den Kilowattbereich hinein. Können sich die meisten Leser vermutlich immer noch nichts darunter vorstellen. Deshalb der Hinweis aus der täglichen Jedermann/frau-Praxis: Ein Handy passt seine Sendeleistung der Qualität der Verbindung zum nächsten Funkmast an bis zu einer maximalen Leistung von zwei Watt. Das dürfte hier im dünnbesiedelten Landkreis, in dem die Masten weit voneinander entfernt stehen, eher die Regel denn die Ausnahme sein. Das heißt zwei Watt direkt am Ohr und damit am Hirn. Da muss man sich nicht wundern, wenn die im Brief genannte Blut-Hirn-Schranke Amok läuft oder andere gesundheitliche Schäden auftreten. 0,2 Watt in 50 Meter Entfernung (Schätzung der mittleren Entfernung) im Freifunknetz in Dannenberg und anderswo - und über den Daumen gepeilt) sind eine ganz andere Liga. Da wird aus der Quietscheente ganz schnell etwas, das dann mit der Lupe kaum noch wahrgenommen werden kann. Der Vergleich ist absurd.

Im Zweifelsfall: Das WLAN im eigenen Router abschalten und mit einem Kabel arbeiten. Und auf keinen Fall verrückt machen lassen von einem WLAN-Netz der Freifunker - egal wo.

Arno Freihold,

Vietze

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