Online: 26.04.2016 - ePaper: 27.04.2016

In Dannenberg nur hochgeschlossen

Betrifft: Artikel "Das Dekolltee der Loren" (EJZ vom 23. April)

Die Gestaltungssatzungen der Kommunen sagen unter anderem: Nach außen hin sollen die Dinge so aussehen, dass sie ästhetisch sind und das Landschafts- und Ortsbild nicht verunstalten. Und was darf Kunst? Wo darf sie es? Sie liegt im Auge des Betrachters (Geschmacksache).

Ich betrachte das Dannenberger Stadtzentrum: Traurig das Haus in unmittelbarer Nähe des Rathauses. Es rottet schon jahrelang vor sich hin und ist inzwischen das Zuhause von Tauben und Ratten geworden. Passt diese Ruine ins Stadtbild? Ist sie ästhetisch? Der Steinrohling auf dem Marktplatz, der nach Bearbeitung durch einen Steinmetz ruft. Ich weiß, es soll ein Brunnen sein, künstlerisch besonders wertvoll. Passt er ins Stadtbild?

Jetzt zu dem Kunstwerk, das Sophia Loren in der Blüte ihres Lebens in ihrer ganzen Schönheit zeigt. Der Eigentümer des Hauses hat es auf ein "Blindfenster" seines Hauses malen lassen. Das Haus gepflegt, das Bild ästhetisch - stört es das Stadtbild? Eine Ratsfrau (Grüne), prüde und mit aus meiner Sicht mittelalterlichen Ansichten, will es (das Kunstwerk) überprüfen lassen, da es möglicherweise das sittliche Empfinden des Betrachters stören könnte. Bei mir als moderne Frau beginnen die Alarmglocken zu läuten. Dürfen wir uns als Frauen in Dannenberg nur noch "hochgeschlossen" zeigen? In Dannenberg gibt es wirklich andere Probleme, bei deren Lösung ein Ratsmitglied mitwirken sollte.

↔Ingrid Dombrowski,

↔Hitzacker

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