Online: 29.04.2016 - ePaper: 30.04.2016

Gorleben nieglaubwürdig

Betrifft: Artikel "Stress auf Schlussgeraden" (EJZ vom 19. April)

Es ist kaum zu fassen, welches Ausmaß an Geschichtsvergessenheit (oder -verleugnung?) und fehlender Logik offenkundig im Kopf des Kommissionsmitglieds Eckhard Pols (CDU) und anscheinend auch seiner Fraktion herrscht. Kann er wirklich vergessen haben, dass der Endlagerstandort Gorleben selbst durch eine ausschließlich politische Entscheidung zustande gekommen ist, ohne Anflug einer Prüfung seiner geologischen und umweltpoltischen Eignung? Was aber aufgrund einer solchen - zynischen - Entscheidung begann - mit all ihren verheerenden gesellschaftspolitischen Folgen -, kann auch nur durch eine solche beendet werden. "Glaubwürdigkeit", um die sich der Abgeordnete Sorgen macht, besaß dieser Standort nie. Sie wird auch nicht etwa "gefährdet", wenn er aus der Endlagersuche ausscheidet, sondern - endlich - hergestellt. Alles andere wäre erneut Betrug an der Bevölkerung, diesmal so, dass dem verantwortungslosen Einstieg nachträglich ein angeblich "objektives" Kriterienmäntelchen umgehängt würde. Stärker kann man Vertrauen in staatliches Handeln nicht zerstören. Der Endlager-Kommissionsvorsitzende Müller verdient Dank für seinen Mut, den Weg zum Vertrauen zu gehen, und volle Unterstützung.

↔Dr. Hartwig Drude,

↔Dannenberg

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