Online: 02.05.2016 - ePaper: 03.05.2016

Gefährdung der Demokratie

Betrifft: Muslime und die AfD

Muslime als Gefahr für die Demokratie? Zu dem Ergebnis kommt man, wenn man passendes im Koran sucht und nach Taten etlicher Imame und verbohrter Gläubiger und dazu alle friedliebenden Muslime und die eigenen Feindseligkeiten ausblendet.

Wie groß war die Gefahr vor 1933 durch die NSDAP? Wie groß ist sie für die Demokratie durch eine muslimfeindliche AFD heute? Damals trichterte man den Deutschen ein, dass die Juden das "Vaterland" bedrohen. Heute sollen es mit ebenso platten Parolen die Muslime sein? Was ein Volk sich doch so alles mit höchst undemokratischen Mitteln auftischen lässt!

Welche Religion, gemessen an ihren Schriften und nicht an den Schönreden, ließe Demokratie zu? Grenzen denn nicht alle anders gläubige und denkende Menschen aus, um sich auf ihre Kosten selbst zu erhöhen und zu verherrlichen? Und wo ruft man dabei nicht zu schweren bis schwersten Verbrechen auf? Überzeugte Gläubige kennen kaum die schier unendliche Hetze ihrer Religion und deren reale Ausführung in der Geschichte. Wo das alles geleugnet, verdreht, verharmlost wird, können Hass und Ignoranz gedeihen. Dann glotzt man z.B. auf den Islam und versteckt dahinter die Hauptreligion der eigenen Kultur. Per Bibel ist der Christ als Krone der Schöpfung das Ebenbild des Allwissenden und Allmächtigen, der sich an jedem rächt, der ihm nicht Untertan ist. Plündern und Morden bis hin zum Völkermord gelten dann als "Gott gefällig", wenn die Mörder einen Teil der Beute bei den Priestern abliefern. Wem das fremd ist, der lese die ersten zwei, drei Dutzend Seiten des Alten Testaments und nehme Sintflut und Sodom als Gottes Fast-Ausrottungen seines Ebenbildes hinzu. Vielleicht aber huldigt die AFD lieber dem Neuen Testament als ihr Demokratie-Vor-Bild, wo Missliebige, Andersgläubige usw. "in den Feuerofen" geworfen werfen, christselbstverständlich alle Juden eingeschlossen, z.B. Matthäus 13, 41.

Ich befürchte, dass weder die NSDAP damals ihre Glaubensgrundlagen kannte, noch die AFD-Anhänger die ihren heute. Wie tief mögen ihre christ­lichen "Werte" verankert sein, mit denen sie das Volk spalten? Zu auffällig klingen mir die AFD-Parolen nach "Herren-" und "Untermen­schen", Herrschen von oben nach unten, Feindseligkeit und Ausgrenzung, nach einer Gefahr für jede Demokratie. Überzeugungen sitzen tief, sagt man, und daran gekoppelt sind Welt- und Menschenbild, Gefühlshaushalt Denken und Handeln. Im Zweifelsfall klammern sich Menschen an früheste Überzeugungen, die man ihnen schon eingeimpft hat, lange bevor sie bewusst denken konnten.

Was tun? Für gute Argumente sind politische, religiöse ... Gläubige kaum vorbereitet. Gehirnwäsche? Die ist undemokratisch. So bleibt zunächst, Volk und Polizei besser zu unterrichten und das Strafgesetz ohne Ansehen der Person auch anzuwenden.

Horst Baumhauer, Hitzacker

^ Seitenanfang