Online: 06.05.2016 - ePaper: 07.05.2016

Kompetenzen fehlen

Betrifft: Studierfähigkeit und Ausbildungsfähigkeit

In einer aktuellen Studie zum Thema "Studierfähigkeit und Ausbildungsfähigkeit" kommt die Konrad-Adenauer-Stiftung zu einem verheerenden Urteil. Hier einige Zitate: "Trotz gestiegener guter Schulabschlüsse steigt die Anzahl der jungen Menschen, die gleich zu Beginn einer Berufsqualifikation in Unternehmen oder Hörsälen mit fehlenden Grundlagenkompetenzen hinsichtlich Sprache und Mathematik zu kämpfen haben." Die Folge sei, dass immer mehr Betriebe und Universitäten die schulischen Grundlagen nachbessern müssen.

Jeder dritte IHK-Betrieb und viele gerade auch renommierte Hochschulen erteilten mittlerweile "nachholenden Schulunterricht" wie etwa Schreibberatung, Texterfassung und -verständnis oder Brückenkurse in Mathematik, heißt es in der Studie - ebenso: "Ein wachsender Teil der Schulabgänger bringe schlicht die Kompetenzen nicht mit, die ihnen in den Zeugnissen attestiert würden." Selbst bei Germanistikstudenten bestünden in der Rechtschreibung und der sprach-lichen Ausdrucksfähigkeit große Schwächen. Als Grund wird ausgeführt: "Während der Lehrer früher in den Leistungskursen Deutsch und Mathematik mit einschlägig begabten Schülern arbeitete, die von ihm eine optimale Vorbereitung auf das Universitätsstudium erhielten, muss er sich heute an den Schwächeren orientieren."

Niemand verkennt, dass auch Gymnasien Defizite haben - der politische Druck, Abschlüsse zu produzieren, macht auch dort nicht halt. Eine Studienberechtigung ist noch lange keine tatsächliche Studienbefähigung. Was passiert aber, wenn auch noch die Gymnasien abgeschafft werden?

↔Michael Lenke,

↔Quickborn

^ Seitenanfang