Online: 06.05.2016 - ePaper: 07.05.2016

Prüfenswert: Oberschule Elbtalaue

Betrifft: "(K)eine Schule für jeden" (EJZ vom 27. April)

Um bei einem strittigen Thema, vielleicht noch ideologisch geprägt, dennoch zu einem annehmbaren Ergebnis zu gelangen wie jetzt bei dem oben benannten "Gymnasium oder IGS", sollte es auch in Lüchow-Dannenberg gute Sitte sein (werden?), zunächst nach Gemeinsamkeiten zu schauen. Die Protagonisten, Stefan Schulz - Schulleiter am Gymnasium in Winsen - und Susan Kletzin - Schulleiterin an der IGS in Lüneburg - haben dies bei der Informationsveranstaltung in Lüchow geschafft. Beide sind der Auffassung, dass sowohl an der IGS als auch am Gymnasium "gefördert und gefordert" wird. Wobei, so meine Interpretation - und gewiss nicht nur meine - die IGS ihren Schwerpunkt eher beim Fördern sieht, während beim Gymnasium das Fordern betont wird. Und wenn diese beiden Protagonisten übereinstimmend meinen: "Guter Unterricht hängt natürlich von guten Lehrern ab", dann stimme ich dem aus vieljähriger Erfahrung als an der Fortbildung von Lehramtsstudenten und Junglehrer Beteiligter vollumfänglich zu. (Übrigens, der gute Lehrer fängt da an, wo die jungen Menschen merken, dass sie gemocht werden.) Hinzuzufügen ist an dieser Stelle, dass es für eine gute Schullaufbahn eines jungen Menschen auch "guter Eltern" bedarf. (Die Definition von "gute Eltern" würde den Rahmen dieses Leserbriefs allerdings sprengen,)

Für alle an der Diskussion über Schule im Nordkreis Beteiligten und Betroffenen wiederhole ich die gemeinsame Auffassung von Stefan Schulz und Susan Kletzin: "Man sollte immer den Ist-Zustand der Schullandschaft bewerten und sich hinterfragen, ob man am alten System rütteln muss oder ob man es nicht schulintern voranbringen kann."

Als Kommunalpolitiker muss man natürlich auch Institutionen als die Qualität eines Standortes bestimmenden Faktoren im Blick haben. Dies gilt nicht nur zum Beispiel für den Bestand und die Weiterentwicklung von Kindertagesstätten und Grundschulen, wie das jüngste Beispiel "Bildungslandschaft Elbtalaue - Projekt Gusborn" zeigt. Politiker haben auch darauf zu achten, dass die bereits bestehende Konzentration von standortrelevanten Einrichtungen durch Hinzufügung weiterer zentraler Einrichtungen wie ein einziges Schulzentrum in Dannenberg sich nicht als Standortnachteil zum Beispiel für die Stadt Hitzacker durch den Verlust der dortigen Bernhard-Varenius-Schule (BVS) erweist. Ist der Gedanke einer Oberschule Elbtalaue mit den zwei Standorten Dannenberg und Hitzacker mit jeweils eigenem Angebotsprofil nicht prüfenswert? Übrigens ist die BVS mit dem Hauptgebäude inklusiv guter Fachräume und unmittelbar angrenzender Einrichtungen wie Schwimmbad, Sporthalle und Sportplatz baulich gut aufgestellt.

↔Christian Zühlke, Hitzacker

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