Online: 06.05.2016 - ePaper: 07.05.2016

Erhalt des Werts des Landkreises

Betrifft: Artikel "Zehn Standorte vorgesehen" (EJZ vom 20. April)

Weitere Vorranggebiete für Windenergie sollen im Landkreis ausgewiesen werden. Der Verwaltung des Landkreises ist vorgegeben, für Windenergie "substanziell Raum"zu schaffen. Ziel ist es, im Sinne des Klimaschutzes den Anteil der Windenergie zu erhöhen, andererseits soll Rücksicht genommen werden auf Mensch und Natur. Das ist der Rahmen, in dem weitere Vorranggebiete festgelegt werden sollen. Es werden mit der Planung der Verwaltung trotz noch erfolgender Einzelfallprüfungen weitere Windräder in den Landkreis kommen. Jedes Windrad mehr mindert den Wert unseres Landkreises, belastet Menschen und Natur.

Dieser Landkreis ist ein besonderer, ein Naturpark, einzigartig in seiner Vielfalt an Landschaftsstrukturen, einzigartig mit seinen zahlreichen Landschafts- und Naturschutzgebieten, seinen FFH- und Vogelschutzgebieten mit seinem hohen Anteil streng geschützter Vogelarten, zum Teil von europäischer Bedeutung, und seiner Vielzahl von Fledermausarten. Jedes Windrad mehr belastet weitere Menschen, bringt mehr Unruhe in die Landschaft, mindert den Erholungswert, und jedes weitere Windrad bedeutet eine zusätzliche Gefährdung streng geschützter Vogel- und Fledermausarten. Schon jetzt zählen Seeadler, Uhu, Wanderfalken oder Roter Milan zu den Schlagopfern.

Dieser Landkreis ist reich in seiner Artenvielfalt und in seiner Bedeutung für die Erholung. Das ist unser Potenzial für die Zukunft. Was ist es uns wert?

Die Vorgabe "substanziell Raum" zu geben, darf nicht dazu führen, dass Menschen durch Windanlagen noch mehr belastet werden aufgrund geringer Abstände zu den Dörfern, der Erholungswert deutlich gemindert und eine herausragende Artenvielfalt gefährdet wird. Dieser Landkreis hat der Windenergie wahrlich genug Raum gegeben.

Und Klimaschutz? Windanlagen machen nur dann Sinn, wenn die gewonnene Energie fossile Energie ersetzt und nicht zusätzlich mit dieser dazu verwendet wird, die Produktion von Konsumgütern zu steigern und damit den CO2- Ausstoß zu erhöhen. Die Bundesregierung bemerkt im nationalen Klimaschutzplan 2020: "...insbesondere muss vermieden werden, dass das nationale Klimaziel verfehlt wird, wenn erneuerbare Energien ausgebaut... aber nicht im Gegenzug fossile Stromerzeugung abgebaut wird". Es wird nicht vermieden.

Pressemitteilung des Umweltbundesamtes jetzt im März: Weiterer Anstieg der CO2-Emissionen im Jahr 2015. In der Studie " Zukunftsfähiges Deutschland" des Wuppertal-Instituts wird gewarnt: "Erneuerbare Energien dürfen unter keinen Umständen die Verschwendungswirtschaft stabilisieren." Doch das geschieht allein durch satte Geldeinnahmen wie etwa die Einnahme von rund 60 000 Euro pro Windanlage und Jahr. Der "Tanz um das goldene Kalb" geht weiter. Mit Klimaschutz hat das nichts zu tun.

↔Hermann Klepper, Banzau

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