Online: 18.05.2016 - ePaper: 19.05.2016

Missmanagement bei ALMA

Betrifft: Zum Marketingverein ALMA

ALMA, all überall, wohin man auch blickt. Doch das Bild der guten Fee mit dem Füllhorn schöner Gaben trügt. Man präsentiert sich als ganz normaler Verein, ist aber tatsächlich finanziell, personell und strukturell derart mit der Elbtalaue verzahnt, dass man durchaus von einem Ableger der SG sprechen kann. Jedoch mit dem Vorteil jeglicher Handlungsfreiheit auf Seiten von ALMA, während den geldgebenden Kommunen die legitime Aufsicht versagt bleibt. Will ein gewähltes Ratsmitglied den Haushaltsplan prüfen, darf er gnädigst einen Blick darauf werfen. Eine für die Kontrolle unerlässliche Kopie erhält er aber nicht.

Es ist schon abenteuerlich, dass einem semikommunalen Verein mit einem Haushalt von über 200000 Euro ein Eigenleben gestattet wird, das eher einer unerträglich gewordenen Selbstdarstellung dient, es aber an Sinnhaftigkeit und Nachhaltigkeit finanzieller Beschlüsse mangeln lässt. Zudem fehlt es im Entscheidungszirkel erkennbar an Team- und Kritikfähigkeit, so nicht nur meine Erfahrungswerte. Fehler oder Irrtümer einzuräumen, lässt die dort waltende Selbstüberschätzung nicht zu.

Nein, kritisiert man die dahindümpelnde DAN-App, so wird dünnhäutig mit rechtlichen Schritten gedroht. Eine unverlinkte und unvollständige App, die fast 40000 Euro gekostet hat und in die noch mehr Geld investiert werden soll, bleibt ein Flop. Die Kosten-Nutzenrechnung ist völlig indiskutabel. Zudem darf daran erinnert werden, dass teilnehmende Geschäftsleute ihre Kritik an der App der EJZ gegenüber nur ohne Namensnennung geäußert haben. Fürchten sie doch Nachteile, wissend, dass die Marketing-Leiterin Ursula Fallapp, über Fördergelder mitbestimmt.

Genauso fragwürdig sieht es aus mit dem abstrusen Marketingbüro in Hamburg-Altona. Es liegt abseits von den Fußgängerströmen des nahen Kaufhauses. Es ist unauffällig, und manch einer findet diese Dependance gar nicht erst, ist doch die Mietergemeinschaft mit einem Reisebüro suboptimal. Auch das Interieur wirkt eher hausbacken. Den behaupteten Erfolg will man mit wohlfeilen Strichlisten nachweisen. Der Wert der Buchungen, die auch anderswo getätigt werden können, wird nicht benannt, aber das Ganze kostet 50000 Euro. Ein Wirtschaftsprüfer hätte hier viel zu tun.

Ach ja, wie überfordert muss das ALMA-Konstrukt sein, wenn der Internet-Auftritt "Dannenberg-in-Altona" beim Veranstaltungskalender von 2014 stehen geblieben ist - einfach nur peinlich die fehlende Aktualität. Bei einem derartigen Missmanagement kann man sich dann auch nicht wundern, dass von dort schon sieben Jahre nach einer Geschäftsschließung Hilfe bei der Nachfolgeregelung angeboten wurde - einfach toll.

Und nun hat Hitzacker doch tatsächlich seinen Tourismus gegen Bezahlung an ALMA abgegeben. Nein danke und gute Nacht.

↔Manfred Stahnke, Hitzacker

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