Online: 20.05.2016 - ePaper: 21.05.2016

Wenn schon, dann bitte richtig

Betrifft: "Umkehr im Sommer" (EJZ vom 29. April)

Die Dannenberger Stadtpolitiker basteln an Plänen zur Veränderung der Verkehrsführung. Ziel: Mehr Geschäftskunden in die Stadt bewegen. Der kürzeste in Frage kommende Weg für die Verbindung von der Bundesstraße 216 zu Famila ist die Riemannstraße.

Der Elbe-Jeetzel-Zeitung war nun zu entnehmen, dass die große Mehrheit im Dannenberger Stadtrat in einer ersten Versuchsphase die Einbahnstraßenführung umkehren will. Zwar scheinen Verkehrsexperten diese Regelung "für die denkbar schlechteste Lösung" zu halten, aber man kann ja mal "schauen, ob nicht schon das positive Effekte hat". Ein späterer zweispuriger Ausbau ist angedacht.

Lieber Stadtrat: Wenn schon umstellen, dann aber richtig!

Damit der Geschäftsverkehr auch ordentlich fließt, brauchen wir diesen (zweispurigen) Ausbau. Herr Herzog bringt es doch auf den Punkt: "Butter bei die Fische!" Sicherlich sind Baumaßnahmen erforderlich, aber der Platz ist doch da: Die Fuß-/Radwege kann man einsparen.

Die erforderliche Fahrbahnbreite bekommt man durch Wegnahme des Geländes am Gymnasium (Fahrradabstellplatz und Basketballspielfeld) und der Parkfläche an der Ecke zum Lindenweg.

Diese Breite benötigt man sicherlich, denn bei einer "Verkehrsbelastung, die jener auf der Bundesstraße 216 entspricht" ist wohl auf beiden Seiten ein Lärmschutzwall erforderlich. Die Fahrbahnschwellen haben keinen Sinn mehr und eine Mindestgeschwindigkeit von 50 km/h wäre andenkbar.

Haben Sie an (beidseitige) Leitplanken gedacht? Vielleicht mit blauen Reflektoren? Denn Sie sollten auch an den Schutz der lebenden Natur in der Umgebung denken. Nicht dass ein Rollator mit "Fahrer" oder ein Jugendlicher, der zur Schule will, unvorhergesehenerweise auf die Fahrbahn gerät.

Deshalb ist wohl eine Untertunnelung der Riemannstraße an einer geeigneten Stelle unumgänglich. Der Lärmschutzwall an der Schulseite wird wohl recht hoch sein müssen, damit die Schutzfunktion für das erste Obergeschoss wirkt.

Auf der gegenüberliegenden Seite der ausgebauten Straße sollte er aber nicht zu hoch sein, damit man vom Obergeschoß der Kita den Verkehr beobachten kann. Denn erzieherisch ist es eine Pflicht, schon den jüngsten Mitgliedern der Gesellschaft nahezubringen, wie Verkehrspolitik betrieben wird und wie die Vorstufe zu einem Leben an einer Autoschnellstraße aussieht.

Also: Nur Mut liebe Stadtpolitiker! Warum nicht "einfach mal ausprobieren".

↔Richard Hansen,

↔Dannenberg

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