Online: 20.05.2016 - ePaper: 21.05.2016

Rückschritt bei Barrierefreiheit

Betrifft: "Barrieren aus Stein" (EJZ vom 13. Mai) und "Fehlplanung oder Fahrfehler" (EJZ vom 17. Mai)

Mit Schrecken kann maneinen echten Rückschritt in Sachen Barrierefreiheit im Landkreis erkennen. Die beiden obengenannten Berichte sind leider nur die Ergebnisse der Tatsache, dass Behinderte in diesem Landkreis keine Stimme mehr haben. Vorbei die Zeiten, in denen wir mal voranschritten, als es um die Umsetzung des BBGG (Bundesbehindertengleichstellungsgesetz) ging, da waren wir mal beispielgebend. Nun macht sich der Beirat auf zum x-ten Mal, die durch Denkmalschutz blockierte Umgestaltung der Langen Straße anzuprangern. Weist aber leider gleichzeitig darauf hin, dass es keine Toiletten in Dannenberg gäbe. Lieber Beirat, empfehlen Sie den Menschen doch bitte den Kauf eines Euro-DIN-Schlüssels. Jeder Behinderte kann diesen erwerben. Denn mit diesem kann man, ohne das Personal bei Famila zu bemühen, dort die Toilette benutzen. Darüber hinaus wäre es an der Zeit, die Verantwortlichen zu erinnern, dass am Markt im Alten Rathaus ebenfalls eine Toilette eingerichtet ist, nur ist dort der Zugang mit dem Schlüssel abgestellt. Warum ist das so?

Traurig und nicht zu begreifen ist das Geschehen um den ZOB. Darf ich daran erinnern, dass EU-Mittel nur fließen, wenn der Behindertenbeauftragte beziehungsweise der Beirat einer Planung zustimmt?! Ist dies geschehen? Wenn ja, warum dann diese Fehler? Wenn nein, warum nicht? Jetzt den Busfahrern den Schwarzen Peter zu zuschieben ist schon mehr als dreist. Zu guter Letzt sei gesagt, in Zeiten, als Behinderte noch eine Lobby im Landkreis hatten, wurde in den Medien auch richtigerweise der Begriff "Barrierefrei" statt rollstuhl- oder behindertengerecht verwendet. Es wurden viele Chancen vertan, sehr schade.

Alexander Ottavio, Hitzacker

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