Online: 23.05.2016 - ePaper: 24.05.2016

Eine Provinzposse

Betrifft: "Ein neuer Arzt für die Swinmark" (EJZ vom 14. Mai)

In dem groß aufgemachten Artikel über die Zukunft der Arztpraxis in Schnega, der offensichtlich einem wenig investigativen Redakteur vom Bürgermeister von Gottberg in die Feder zitiert wurde, geht es darum, wie ein an sich ganz richtiger Vorgang - dass sich eine Gemeinde darum kümmern sollte, dass eine Arztpraxis am Ort ist und dass eine vakant werdende Praxis einen Nachfolger findet - in Schnega nun leider zur Provinzposse wird.

Hiervon abgesehen ist auffällig und bezeichnend, wie von einem überhaupt nicht die Rede ist: Davon nämlich, dass die Praxis in Schnega eine Gemeinschaftspraxis ist, in der meine Frau nicht weniger als ich seit 27 Jahren Patienten versorgt und die Höhen und Tiefen eines Landarztlebens mit Hunderten von Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdiensten erlebt. Die Art und Weise wie stattdessen ausschließlich von dem "derzeitigen Arzt in Schnega Dr. Stephan Janz" gesprochen wird, der "seine (!) Praxis aus Altersgründen aufgibt", weshalb ein "Nachfolger für Dr. Janz" gesucht worden sei, geht ganz und gar an der bisherigen Realität der Patientenbetreuung vorbei. Sie ist unangemessen, kränkend und, ja, respektlos meiner Frau gegenüber und sie legt einen unschönen Schluss auf das dahinter stehende Weltbild des Bürgermeisters ("parteilos") nahe.

Dr. Stephan Janz,

Schnega

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