Online: 27.05.2016 - ePaper: 28.05.2016

Parteiklüngel statt Tierschutz

Betrifft: "Die oberste Tierschützerin" (EJZ vom 3. Mai)

Das hat nun wirklich ein "Geschmäckle". Das Land Niedersachsen hat zwar kein Geld für seine notleidenden Tierheime, wie unisono von Ministerpräsiedent Stephan Weil (SPD) (http://www.abgeordnetenwatch.de/frage-1239-67130--f453391.html#q453391) über Miriam Staudte/Grüne (Leserbrief in der EJZ vom 9. März) bis hin zum Agrarminister Meyer (Bericht der EJZ vom 23. Januar) verlautbart wurde. Nun ist auf wundersame Weise doch Geld da: Für das Amt einer Tierschutzbeauftragten, Frau Michaela Dämmrich. Eine Amtstierärztin aus Schleswig-Holstein statt Niedersachsen und eine Grünen-Politikerin für eine Stelle mit Aussicht auf lebenslange Verbeamtung. Die hieraus zu erwartenden Kosten hätten vermutlich eine wirkungsvolle Hilfe für unsere Tierheime gebracht. Es riecht hier kräftig nach Parteienklüngel, während sich aufopferungsvoll einsetzende, ehrenamtliche Tierschützer mit einem flauen "Danke" zufrieden geben sollen und in nicht allzu ferner Zukunft wahrscheinlich das Handtuch werfen müssen.

Bedenklich auch, wie einseitig sich Frau Dämmrich zur Sache einließ. "Eines ihrer Hauptziele sei die Einführung einer gesetzlichen Kennzeichnung von Milch und Fleisch nach Tierschutzgesichtspunkten." Auch hier kein Wort zu unseren Tierheimen, kein Wort zum entsetzlichen "Kükenschreddern", kein Wort zu barbarischen "Tierversuchen" in Hannover, Göttingen, Bienenbüttel und so weiter. Warum will sie nicht endlich versuchen, das Tierschutzgesetz wirkungsvoll durchzusetzen? Alles für mehr Tierwohl, was man der Fleischlobby jetzt mit Prämien versüßen will, sollte als Gesetzesverstoß auch schlichtweg zu verbieten sein.

Tierschutzland Niedersachsen? Mit dieser Landesregierung und seiner Tierschutzbeauftragten leider nur ein Traum für die Zukunft. Aktuell ist dies Land ein Tierschutz-Notstandsgebiet.

↔Karl-Heinz Greve,

↔Quartzau,

↔Gebietsbeauftragter

↔Niedersachsen der ↔Tierschutzpartei ↔Ethia

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