Online: 27.05.2016 - ePaper: 28.05.2016

Wind- und Atomenergie nicht über einen Kamm scheren

Betrifft: Leserbrief "Windkraft ein ökologischer Irrweg" von Dr. Thomas Krauß (EJZ vom 30. April)

Ich habe lange nicht mehr so unplausible und wenig durchdachte, dann auch noch mit einem Doktortitel geschmückte Ausführungen gelesen, wie in diesem Leserbrief. Dabei sagt der Autor anfangs durchaus viel Richtiges über die Probleme im Natur- und Landschaftsschutz bei der Windenergienutzung. Auch die ungerechte Kapitalstruktur ist erwähnenswert, dass nämlich oft auswärtige Investoren ihre Rendite auf Kosten der ansässigen Bevölkerung machen. Auch werde ich ihm keinesfalls widersprechen, dass in den Industriestaaten eine Trendwende beim Energieverbrauch nötig ist. Dass aber der Autor dann die Windenergienutzung über einen Kamm mit der Atomenergie schert, zeugt entweder von fehlendem Sachverstand oder propagandistischen Absichten. Oder kann mir der Autor eine Region auf unserem Globus präsentieren, die durch den Unfall von Windrotoren so nachhaltig für die Generation beeinträchtigt wurde wie die Regionen um Tschernobyl, Fukuschima oder die atomverseuchten Gegenden im russischen Sibirien?

Auch ist es ja so, dass, wenn ein Staat beschließt, aus der Windenergienutzung auszusteigen, er die Anlagen abbauen und dann wieder bei der grünen Wiese anlangen kann. Wie das bei der Atomenergie nicht geht, bekommen wir gegenwärtig in aller Ausführlichkeit demonstriert.

Fazit: Auch ein Doktor sollte, wenn er bestimmte Probleme miteinander in Beziehung setzt, die dazugehörigen Dimensionen keinesfalls außer Acht lassen.

↔Wolfgang Eisenberg,

↔Bösen

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