Online: 27.05.2016 - ePaper: 28.05.2016

Unverfrorene Nachbarn

Betrifft: Osteuropäische EU- und Natomitgliedsländer und Solidaritätsverhalten

Obwohl viele vermutlich ähnlicher Ansicht sind, scheint es mir notwendig, die gegenwärtige Haltung und Politik etlicher EU- und Natomitgliedsländer deutlich im Rahmen eines europäischen Solidaritäts- und Zusammengehörigkeitsgedanken zu kritisieren. Unsere lieben osteuropäischen Nato- und EU-Mitgliedsstaaten fühlen sich durch das Großmachtsgebaren Russlands bedroht und fordern im Rahmen ihrer Mitgliedschaften erhöhte Präsenz und Schutz durch die westlichen Natostaaten. Weiterhin fordern und erhalten sie aus EU-Töpfen weit mehr als sie einzahlen (Nettoempfänger), beispielsweise Polen circa 13 Milliarden Euro im Jahr 2014. Das ist in etwa auch der Betrag, den Deutschland als sogenannter Nettozahler mehr in den EU-Gemeinschaftshaushalt entrichtete, als es erhielt.

Für mich bedeutet das zum eine eine Unverfrorenheit angesichts dieser Fakten, dass unsere geschätzten Nachbarn im Osten sich stur weigern, etwas zur Lösung der Flüchtlingsproblematik beizutragen. Zum anderen halte ich es für skandalös, dass vor allem unsere Bundesregierung dieses einseitige Geben hinnimmt, ohne Gegenleistungen einzufordern.

↔Hans Joost, Clenze

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