Online: 27.05.2016 - ePaper: 28.05.2016

Keine Burka für grüne Ratsfrauen

Betrifft: Leserbrief "Grüne mit braunem Anstrich" von Erwin Große (EJZ vom 19. Mai)

Arme grüne Ratsfrau - jetzt wird sie schon mit braunen Zeiten in Verbindung gebracht, obwohl sie doch nur die Rechte der Frauen im Visier hatte. Na ja, das politisch korrekte Dannenberg kann schon Spott hervorrufen. Erst musste der Stein für den Steuermann des Grafen Luckner weg, weil der Graf angeblich Päderast war. Der Theodor-Körner-Stein sollte auch schon weg, aber nun werden ja die Überreste der Vergangenheit mit Schildchen versehen. Spätere Generationen können dann die Schildchen mit neuen Schildchen erklären. Zumindest bekommt das Wort "Schildbürger" eine nachvollziehbare Bedeutung. Man kann's natürlich wie Ex-Bürgermeister Voss machen: In die Ecke damit und überwuchern lassen.

Aber nun achtet man so gut auf Sitte und Moral in Dannenberg, und noch keinem Ratsmitglied ist aufgefallen, dass der Waldemarturm als riesiges und zweifellos frauenfeindliches Phallus-Symbol gedeutet werden könnte. Über die zahlreichen Deutungsmöglichkeiten der neueren in Dannenberg verteilten Kunstwerke müsste auch noch mal nachgedacht werden. Zumindest wären hier auf jeden Fall Schilder mit Erklärungen hilfreich. Oder man kippt alles um und lässt es überwuchern. Es ist aber nur ein Gerücht, dass alle Wohnungen in Dannenberg im Biedermeier-Stil eingerichtet werden sollen und Frauen - zumindest die weiblichen Mitglieder der Grünen - in Zukunft dazu angehalten werden, eine Burka zu tragen.

↔Detlev Richter, Wustrow

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