Online: 27.05.2016 - ePaper: 28.05.2016

IGS mit Gütesiegeln

Betrifft: IGS-Diskussion im Nordkreis

Mit einiger Verspätung bekam ich die EJZ mit der großformatigen Anzeige zur IGS in die Hände. Man ist angeblich für die Vielfalt, aber weit her ist es mit dem Bekenntnis zur Vielfalt nicht. Das prahlerische Argument vom Neid der ganzen Welt auf unser Schulsystem ist spätestens seit PISA nicht mehr verwendet worden und vorher auch nur, wenn man einem Vergleich aus dem Wege gehen wollte. Es hat auch kein einziges Land der Welt unsere Dreigliedrigkeit kopiert. Wahr ist aber, das in einigen Ländern Südeuropas mit extremer Jugendarbeitslosigkeit das duale System der Berufsausbildung an Anerkennung gewonnen hat. Handwerks- sowie Industrie- und Handelkammer überprüfen auf Antrag Schulen, die ein überdurchschnittliches Engagement für die Berufsvorbereitung zeigen, weit über die Vorgaben des Kultusministeriums hinaus. Dieses "Gütesiegel für berufswahl- und ausbildungsfreundliche Schulen" wurde 2015 an sieben Integrierte Gesamtschulen verliehen. Eine davon mit einem Sonderpreis prämiert. Drei Gymnasien konnten sich damit schmücken. So geschehen in der Region Hannover. Der EJZ ist für die feine Ironie zu danken, mit der sie die Anzeige und den Bericht über das Auseinanderfallen der Schere zwischen arm und reich in Deutschland in optische Nähe gerückt hat. Da kann man sich dann mal seine Gedanken machen.

↔Hellmut Albers, Tramm

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