Online: 31.05.2016 - ePaper: 01.06.2016

Rausgelehnt

Betrifft: Leserbrief "Freude für Betrachter" (EJZ vom 19. Mai)

Sehr weit aus dem Fenster gelehnt hat sich der ehrenhafte Lübbower Verteidiger der "Freiheit der Kunst" in seinem übereifrigen Kommentar zur Dannenberger "Fensterbild-ohne-Durchblick"-Frage. Da hat es offensichtlich mal wieder jemand läuten hören und nicht gewusst, wo die Glocken hängen. Mein Tipp: 1. Bild anschauen, 2. Überprüfen, aus welcher Post-Vergewaltigungsfilmszene dieses stammen könnte, 3. Frau Sophia Lorens eigene braune Umgebung im Blick behalten, bevor man 4. Frau Ramm persönlich fragt, was sie vor der "Stille-Post-Verbiegung" im Originalton tatsächlich angefragt hat. Wenn ein Kommentator so unreflektiert mit dem eh sehr inflationistischen Begriff "faschistoid" um sich wirft, kommt in mir der Eindruck auf, da möchte einer entweder boshaft eine falsche Fährte legen oder hat bereits vor der zweiten VHS-Rhetorik-für-Dummies-Stunde das Handtuch geworfen. Ich denke, er muss ganz bestimmt keine Kunstdebatte befürchten, die eventuell im nächsten Schritt den kulturellen Wert von Kettensägengartenzwergen infrage stellen könnte - da gibt es gerade wirklich Wichtigeres. Sexismus allerdings ist bedauerlicherweise ein Phänomen, das man bitte nicht mit Erotik, Lust und Spaß verwechseln sollte. Es hat mich nebenbei sehr verwundert, dass das Lektorat einer Zeitung derart rufschädigende, persönlich beleidigende Äußerungen entgegen ihrer Grundsätze zum Thema Respekt für einen Moment ausgeblendet hat.

↔Peter Hund, Karmitz

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