Online: 31.05.2016 - ePaper: 01.06.2016

Wer bürgt?

Betrifft: "Neuer Arzt für die Swinmark" (EJZ vom 15. Mai)

Für 100000 Euro soll eine Arztpraxis in Schnega ausgebaut werden, offensichtlich vom Feinsten bei dieser Bausumme. Das ganze finanziert von Steuergeldern. Schämen sich Vater und Sohn eigentlich gar nicht, in einer nicht eben reichen Region derart mit fremden Geldern umzugehen? Die Ärzte, die mir bekannt sind, haben ihre Praxen auf eigene Kosten ausgebaut bzw. Abstandszahlungen für die Einrichtung bei Übernahme geleistet. Warum nimmt Herr Dr. von Gottberg nicht - wie seine Kollegen - selbst einen Kredit auf, um seine Praxis im Dörfergemeinschaftshaus auszubauen? Auch dann hätte es Mieteinnahmen für die Gemeinde gegeben - ohne Risiko. Auch ein Anreiz von vielleicht 10000 Euro als Zuschuss seitens der Gemeinde wäre denkbar gewesen. Aber 100000 Euro? Auch für mich stellt sich die Frage, wer bürgt, wenn er nach ein paar Jahren oder gar früher die Praxis wieder verlässt?

Dass man den Vermieter der jetzigen Praxis als Sündenbock hinstellt, um die Steuergeldverschwendung zu rechtfertigen, finde ich ebenfalls ziemlich unanständig. Wie aus dem zweiten Artikel zu diesem Thema nun deutlich wird, wurde Herrn Dr. von Gottberg die Praxis vom Vermieter sehr wohl zur Fortsetzung angeboten. Wenn man es nicht schafft, innerhalb von vier Wochen in einer so wichtigen Angelegenheit eine Rückmeldung zu geben, scheint sich das Interesse ja sehr in Grenzen gehalten zu haben. Man muss hier nur eins und eins zusammenzählen.

↔Helga Schumann,

↔Proitze

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