Online: 31.05.2016 - ePaper: 01.06.2016

Weitblickende Investition desBürgermeisters verwerflich?

Betrifft: "Es erfolgte keine Reaktion" (EJZ vom 19. Mai)

Erstaunlich, da kommt ein junger Allgemeinmediziner mit seiner Familie in den Landkreis zurück, wo er aufgewachsen ist. Schon meinen Menschen, da zufällig dessen Vater seit vielen Jahren sehr erfolgreicher Bürgermeister des Ortes ist, dieser Arzt würde von dem Posten seines Vaters profitieren. Sie wittern Protektion, Vorteilsnahme. Steuerverschwendung wird indirekt dem Vater vorgeworfen. Nicht anderes lese ich aus dem Artikel der EJZ vom 19. Mai heraus.

Meine Meinung: Wenn Herr Enkirch, der Besitzer des Hauses und Vermieter der bisherigen alten Arztpraxis, sich frühzeitig interessiert, zu dem neuen Arzt Verbindung aufgenommen und mit ihm gesprochen und nicht nur in einem Brief angefragt hätte, ob er als neuer Arzt gewillt wäre - in diesem Fall Dr. Friedrich-Wilhelm von Gottberg - die alten Praxisräume in seiner Immobilie zu übernehmen, und wenn Herr Enkirch als Vermieter das Angebot gemacht hätte, die Praxisräume zu modernisieren, wie Barrierefreiheit und so weiter, wäre es vermutlich gar nicht zu den Überlegungen des Schnegaer Bürgermeisters gekommen, in eine Gemeinde-eigene Immobilie, das Dörfergemeinschaftshaus, für eine moderne Arztpraxis, den heutigen Bedürfnissen angepasst, zu investieren, wovon letztlich die Gemeinde Schnega durch die Miete profitieren wird.

Jetzt soll es verwerflich sein, dass ein Bürgermeister, wenn er weitblickend investiert, Steuern verschwendet? Ich finde es einfach schade, dass mit solchen Anwürfen Dr. Friedrich-Wilhelm von Gottberg als neuer Arzt auf eine Art "willkommen" geheißen wird. Ich kann nicht beurteilen, ob der Eigner der alten Arztpraxis eventuell darauf spekuliert hat, weiter bequem seine Miete einzustreichen, gedacht hat, was für den alten Arzt gut war, muss für den Nachfolger auch reichen. Vielleicht hat er vergessen, dass es nicht nur um den Arzt, sondern auch um Patienten geht.

Schade finde ich es auch, dass das sehr verdiente Ehepaar Dr. Janz, das die Fahne der ärztlichen Versorgung Jahrzehnte in Schnega hochgehalten hat, jetzt miterleben muss, dass der Eigner der Praxisimmobilie die Bemühungen von Dr. Stephan Janz, einen Arzt vor Ort einzuarbeiten, mit Nichtigkeiten belastet. Aber lobenswert, wenn Herr Enkrich sich weiterhin bemüht, einen zweiten Arzt nach Schnega zu bekommen. Trotzdem wird Herr Enkirch dann nicht umhinkommen, die alten Praxisräume zu renovieren, um weiter eine ihm angemessene Miete zu erhalten.

↔Elisabeth Klingelhöller,

↔Sallahn

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