Online: 31.05.2016 - ePaper: 01.06.2016

Vieles nicht erwähnt

Betrifft: "Zweiter Maststall bei Teplingen", "Ihre EJZ heute" und "Zweiter Maststall, Lübbow stimmt zu" (Alle aus der EJZ vom 20. Mai)

Wieder einmal muss ich mich über die unkritische Hofberichterstattung unserer heimatlichen Jubelpresse ärgern. Hatte ich doch nach einigen selbstkritischen Kommentaren der letzten Zeit gedacht, dass das nun einmal zu Ende sein sollte. Bei den angeführten Artikeln und dem Kommentar wird nicht erwähnt, dass die Errichtung der ersten Anlage Brutgebiete des streng geschützten und immer seltener werdenden Ortolan vernichtet hat. Nicht erwähnt wird, dass diese erste Anlage nur mit einem gesetzlich zulässigen Trick errichtet werden konnte. Nicht erwähnt wird der weitere direkte und indirekte Naturverbrauch durch die bestehende und die erweiterte Anlage.

Schön geredet ("Tierwohl" ) wird die Haltungsform der Anlage, die ordnungsgemäßer Landwirtschaft, die auf Gemeinwohl und Nachhaltigkeit verpflichtet ist, nicht annähernd entspricht. Deswegen sicher auch nur ein zurecht frisiertes Foto mit verschwommenem Hintergrund. Nicht erwähnt wird, dass besagter "Landwirt", dessen Namen die Zeitung nicht erwähnen möchte, bei der ersten Anlage mit Selbstjustiz und angeheuerten Schlägern unter Jubel der "Kreislandwirtschaft" (EJZ berichtete) protestierende Bürger attackierte. Selbstverständlich kann eine Gemeinde das Einvernehmen versagen, wenn - wie in diesem Fall - Eigennutz vor Gemeinnutz steht. Schon gar nicht wird erwähnt, dass die skandalösen Subventionen aus Steuermitteln eben diese Überproduktion fördern, wo dann am Ende das Kilo Schnitzel - wie zitiert - 5,47 Euro kostet und die Landwirtschaft zum Beispiel in den afrikanischen Staaten zusammenbricht.

Freuen können sich allenfalls Gläubiger und Banken, und, wenn es schief geht, die "Landgrabber". Ebenfalls wird nicht erwähnt, dass die zitierte "Privilegierung" mittlerweile für eine Agrarindustrie weiter besteht, die mit Landwirtschaft nichts mehr zu tun hat. Bisher hat jede Bundesregierung es nicht geschafft und wohl auch nicht gewollt, diese Rahmenbedingungen zum Schutz der bäuerlichen landwirtschaftlichen Betriebe anzupassen. Es würde einer Zeitung gut stehen, dieses immer wieder anzumahnen.

↔Gert Brüning, Lüchow

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