Online: 31.05.2016 - ePaper: 01.06.2016

Auch keineverbale Gewalt

Betrifft: "Alternative für DAN?" (EJZ vom 21. Mai)

Vielen Dank für den - mit feinen Untertönen versehenen - Bericht über die AfD-Versammlung. Der Kommentar dazu trifft meiner Meinung nach aber nur teilweise zu: Die Selbst-Stilisierung der AfD zieht sich doch durch alle Belange. Oft werden Sachverhalte bewusst so hingedreht. Dazu muss man gar nichts Besonderes tun. Die Feststellung, dass viele (!) sich nicht trauen, ihre Unterschrift für diese Partei abzugeben, weil sie Repressalien fürchten, geht in diese Richtung. Könnte es nicht sein, dass viele der AfD nichts abgewinnen können und deshalb nicht unterschreiben? Im Übrigen tut sich die AfD mit dieser Masche keinen Gefallen. Ein "Opfer" wird nicht etwa positiv gesehen, sondern als jemand, der an seiner Lage selber Schuld ist. Siehe das im Jugendjargon verwendete, abwertende Schimpfwort "du Opfer". Dass man sich in der AfD selbst zerfleischt, ist unübersichtlich. Argumentieren ist mit diesen Leuten mangels adäquater Kommunikationskultur oft nicht möglich. Abwarten finde ich aber auch nicht angebracht. Also Mund aufmachen und deutlich sagen, was man denkt. Und ich stimme Herrn Piel zu: Keine Gewalt, auch keine verbale, in diesen ruppigen Zeiten allgegenwärtiger Gewalt.

↔Hanínga Thiel, Dannenberg

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