Online: 03.06.2016 - ePaper: 04.06.2016

Umverteilung gewollt

Betrifft: Leserbrief "Schere von Reich und Arm" von Dieter Busse (EJZ vom 19. Mai)

Herr Busse äußert Abstruses, wenn er meint, "dieses ungedeckte Kreditgeld führt zu niedrigen Zinssätzen und verführt die Menschen zum Schuldenmachen". Das hat mit der Wirklichkeit nichts zu tun. Tatsächlich suchen die Banken verzweifelt nach Abnehmern von Krediten, finden aber kaum jemanden, der sich noch verschulden mag. Keine Spur also von übermäßigem Schuldenmachen. Und wo bleibt bei diesen billigen Krediten die behauptete Inflation? Außerdem sind Kredite keine Geschenke, sondern in der Regel zurückzuzahlen. Zur Umverteilung tragen sie also nicht bei. Diese ist politisch gewollt.

Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auf. Die Entwicklung des Anteils (in Prozent) der jeweiligen Einkommensgruppen in Deutschland im Alter von 18 bis 30 Jahren: einkommensschwach: 25 Prozent in 2001, 31 Prozent in 2013; Mittelschicht: 79 Prozent in 2001, 58 Prozent in 2013; einkommensstark: sieben Prozent.

Die Anhänger der Thesen von Hayek vergessen, dass seine Theorien nie empirisch überprüft worden sind. Sie hätten den Praxistest nicht bestanden. Und die Hayek-Jünger scheinen nicht zu sehen, oder nicht sehen zu wollen, dass die dogmatische deutsche Wirtschaftspolitik eine entscheidende Rolle spielt, vermutlich sogar die wichtigste Ursache ist für die Politik der EZB. Jens Berger auch nur in die Nähe des Ostsozialismus' zu rücken, ist absurd.

↔Christian Ruhsert, Hitzacker

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