Online: 03.06.2016 - ePaper: 04.06.2016

Tierschutzgesetz schreddern

Betrifft: "Tiere als Abfallprodukt" (EJZ vom 21. Mai)

Ob es nun um die millionenfache Tötung von Küken geht, von der der Artikel handelt, ob um jährlich circa drei Millionen für sogenannte "Tierversuche" gefolterte Wesen, ob um Massentierhaltung und Qualschlachtungen: Eigentlich müsste all das nach unserem Tierschutzgesetz, welches als erklärtes Staatsziel in unserer Verfassung steht, unmöglich sein. Stattdessen aber wird dieses Gesetz in abstrusester Weise ausgelegt und wirtschaftlichen/finanziellen Interessen angepasst - Geld vor Ethik und Menschlichkeit. Wie all dies mit christlichem Gewissen vereinbar sein soll, wird mir ewig unerfindlich bleiben. Unser Agrarminister Schmidt, Mitglied einer Partei mit dem "C" im Namen, den ich hierzu kürzlich befragte, kann dies angeblich. Zitat bei Abgeordnetenwatch: "Dieses Vorgehen steht übrigens im Einklang mit meiner persönlichen Überzeugung von der Verantwortungsethik im Sinne Max Webers, die ich der Gesinnungsethik vorziehe. Damit lassen sich zwar manchmal keine schnellen Verbote erreichen..."

In einem gebräuchlich gewordenen, makaberen Sprachgebrauch wird der Kükenmord auch als "Kükenschreddern" bezeichnet. Wenn das Schreddern von Küken mit dem Tierschutzgesetz vereinbar ist, dann muss man das Tierschutzgesetz schnellstens schreddern und es überarbeiten.

↔Karl-H. W. Greve, Quartzau,

↔ETHIA Niedersachsen

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