Online: 11.07.2016 - ePaper: 12.07.2016

Sehnsucht nach der D-Mark

Betrifft: Brexit und Eurokrise

England ist nach einem Volksentscheid aus der EU ausgeschieden. Ein souveränes Land mit einer mündigen Bevölkerung hat abgestimmt. Die Börsen sind nach unten gerauscht, fünf Billionen Dollar in ein paar Stunden verbrannt. Wie viel darf die Freiheit und Unabhängigkeit eines Landes kosten?

Mit den Engländern ist zum ersten Mal ein Mitgliedsstaat ausgeschieden. Die Konsequenzen sind noch gar nicht absehbar. Man rechnet mit Nachahmern. Europa hat ein Problem: Es ist unsere ungedeckte, beliebig vermehrbare Einheitswährung. Der Euro ist eine politische Währung und keine marktwirtschaftliche Währung. Der Wechselkursmechanismus wurde mit dieser Zwangspapierwährung aufgegeben, und damit wurden unterschiedliche Wirtschaftsräume gleichgeschaltet. Das führt aber zu wirtschaftliche Störungen.

Als Folge der Eurokrise hat die Europäische Zentralbank (EZB) in den vorigen acht Jahren reagiert und Billionen an neuen ungedeckten Kreditgeldern in den Markt gepumpt, um Staaten, Banken und Unternehmen vor der Pleite zu retten. Nun hat das Bundesverfassungsgericht diese rechtswidrige Staatsfinanzierung durch die "Druckerpresse" der EZB vor wenigen Tagen legitimiert. Damit wurde die weitere Enteignung der Bundesbürger durch die EZB in Form von Kaufkraftverlusten höchstrichterlich genehmigt.

Voriges Jahr hat die EZB die Griechen mit Milliarden an ungedeckten Kreditgeldern künstlich im Euroraum gehalten. Das Resultat ist heute zu sehen. Die griechischen Staatsschulden steigen weiter, und Griechenland und seine Bürger werden ausgeschlachtet und verarmen. Würden Sie als Bürger freiwillig die Schulden ihrer Nachbarn bezahlen? Darum verlassen die Engländer jetzt als erste das hoffnungslos verschuldete EU-Schiff. Wie wäre es, wenn wir Deutschen als Hauptnettozahler auch mal über den Verbleib in der EU abstimmen dürften? Wie sähe das Ergebnis wohl aus? Nicht Europa scheitert, nur unsere ungeliebte, ungedeckte, sozialistische Einheitswährung.

Liebe Bundeskanzlerin Angela Merkel, die von Ihnen und Ihren Eurokraten geplanten "Vereinigten Staaten von Europa" sind gescheitert. Wenden Sie Schaden vom deutschen Volk ab, und geben Sie mir endlich meine D-Mark zurück.

↔Dieter Busse,

↔Kirchgellersen

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