Online: 11.07.2016 - ePaper: 12.07.2016

Persönliche Befindlichkeiten spielen eine Rolle

Betrifft: Arztpraxis in Schnega

Als "Zugereiste" und Organisatorin der Swinmark-Oldies möchte ich in dieser leidigen Angelegenheit auch noch meinen Senf dazugeben. Als ich damals nach Schnega kam, blühte hier das Leben. Es gab zu dieser Zeit noch einen weiteren Lebensmittelladen, Friseursalon, Bäckerei, Metzgerei, Schuhgeschäft und eine Zahnarztpraxis. Heute gibt es diese Geschäfte nicht mehr. Dazu wurde nun auch noch unsere Schule geschlossen. Als Nächstes hätte Schnega nun die Arztpraxis beinahe verloren, da die Dres. Janz in den verdienten Ruhestand gehen. Da ist es für die Gemeinde ein Glück, dass ein junger Arzt, der aus Schnega kommt und wieder nach Hause kommt, bereit ist, auf dem Lande zu arbeiten. Für Schnega ein Gewinn; ein junger Arzt mit moderner Praxis. Möglich durch den langen Leerstand der alten maroden Wohnungen im Dörfergemeinschafthaus (DGH). Und nun geht die Diskussion um Verschwendung los. Der Umbau der Wohnungen kostet halt viel Geld. Wer selbst altes Eigentum hat, das er modernisieren muss, weiß, wie viel das kostet. Die bewussten 100000 Euro werden nun für diese Modernisierung benötigt. Dieses Geld wird nicht - wie einige Mitbürgern annehmen - dem neuen Arzt "in den Rachen geworfen". Schrecklich, was da alles laut gemunkelt wird.

In Deutschland wird jährlich sehr viel Geld für unsinnige und unnötige Dinge verschwendet. Ich denke, unserem Bürgermeister kann man in seiner Amtszeit keine Verschwendung vorwerfen. Im Gegenteil, er ist überaus sparsam mit den Geldern umgegangen. Ich betrachte es nicht als Verschwendung, eine moderne Arztpraxis in Schnega für unsere Gemeindemitglieder zu errichten, damit unsere Dorfbewohner ärztlich gut versorgt sind und ihre Gesundheit erhalten können. Die Gemeinde hat ja einen großen Anteil Senioren, die glücklich sind, vor Ort einen Arzt zu haben. Außerdem wird unser DGH erhalten, auf das wir alle angewiesen sind. Andere Gemeinden bauen wieder DGH, weil diese benötigt werden.

Man muss doch davon ausgehen, dass der Gemeinderat bei allen Beschlüssen anwesend war - somit ist das Verhalten mancher Gemeinderatmitglieder etwas befremdlich. Ich denke, persönliche Befindlichkeiten spielen dabei eine Rolle. Dadurch wurde das Feuer geschürt und die Sache weiter aufgebauscht. Ich weiß aufgrund meiner Tätigkeit, dass viele Senioren glücklich sind, ärztlich am Ort gut versorgt und gut betreut zu sein. Sind wir doch mal ehrlich, die alte Praxis hat doch ausgedient. Sie ist klein, dunkel und entspricht heute nicht mehr den modernen Standards.

Also, liebe Bürger aus Schnega: Wir sind traurig wegen der Schulschließung, freuen uns aber auf die Zukunft. Gebt dem jungen Herrn von Gottberg eine Chance. Dres. Janz möchte ich meine Hochachtung aussprechen, dass sie den jungen Arzt unterstützen. Hut ab und danke dafür. Herzlich willkommen Herr von Gottberg, eigentlich freut sich Schnega auf Sie.

↔Monika Wiemann, Schnega

^ Seitenanfang