Online: 15.07.2016 - ePaper: 16.07.2016

Politisch nicht zu Ende gedacht

Betrifft: Zustand des Landkreises

Vorweg: Nein, ich bin kein Verschwörungstheoretiker. Und nein, ich kann keine Rezepte aus dem Hut zaubern. Was aber der Landkreis den Menschen laut einiger EJZ-Berichte derzeit zumutet, ist nicht sozial, nicht ökologisch und auch nicht politisch zu Ende gedacht: Busse sollen fast nur noch zu Schulbuszeiten verkehren. An Sonn-, Feier- und Ferientagen sind dann besonders ältere und bedürftige Menschen ohne eigenes Fahrzeug schlicht aufgeschmissen.

Trotz steigender Gewinne bei der kommunalen Einrichtung Sparkasse werden die Serviceterminals in Neu Darchau und Zernien abgebaut. Wieder sind besonders ältere und ärmere Mitmenschen betroffen, auf die hohe Portogebühren und lange Wege zur nächsten Filiale (Problem: siehe oben) zukommen. Gleichzeitig werden die Gebühren erhöht für Menschen, die kein Online-Banking machen. Dreimal darf geraten werden, welche Gruppe das am stärksten betreffen wird.

Schließlich noch: Flüchtlingsunterkunft Wittfeitzen. Der rechte Mob grölt - Konsequenz: Die eher jüngeren und mehrheitlich integrationswilligen Menschen in der Unterkunft werden möglichst schnell anderswohin verfrachtet, und die rechtslastigen Schreihälse dürfen sich bestätigt fühlen.

All dies mag sich ja kurzfristig gesehen durchaus betriebswirtschaftlich rechnen. Letztlich aber ist es menschenverachtend. Wenn das die Antworten des Landkreises auf den demografischen Wandel sind, bleibt nur zu sagen: DANn gute Nacht!

↔Herbert Schaper-Biemann, ↔Karwitz

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