Online: 20.07.2016 - ePaper: 21.07.2016

Was bedeutet "reumütig"?

Betrifft: Meldung "Hitlergruß: Kreis räumt Unterkunft" (EJZ vom 6. Juli)

Es muss schrecklich für Flüchtlinge in ihren Notunterkünften sein, wenn draußen Besoffene herumgröhlen und den Hitlergruß zeigen. Was haben diese Menschen schon an Gewalt erleben müssen? Was kommt als Nächstes? Nun, als Nächstes steht in der Zeitung, dass ihre Unterkunft deshalb noch schneller als geplant geräumt werden muss. Das heißt doch, ich brauche jetzt nur vor das Jobcenter oder das Bauamt zu ziehen, wenn ich mit denen Probleme habe, den Hitlergruß zu zeigen, ein bisschen rumpöbeln und dann werden die geräumt und müssen woanders hin?

Nein, müssen sie nicht. Denn die Leute in den Ämtern sind keine Flüchtlinge, und ich bin auch kein Nazi. Neulich stand auf der Kinderseite der EJZ, Terroristen seien Leute, die Angst und Schrecken verbreiten wollen. Das tun hier die Nazis nicht nur mit ihren Brandanschlägen, sondern auch mit Hitlergruß und Horst-Wessel-Lied recht erfolgreich. Sie verbreiten soviel Angst, dass Notunterkünfte für hilfsbedürftige Menschen geräumt werden. Die müssen sich toll dabei fühlen, noch mit 1,3 Promille soviel Macht zu besitzen. Der Staat sagt doch aber immer, er lasse sich von Terroristen nicht erpressen. Wer sind denn dieser 46-jährige Mann "aus der Region" und seine Freunde, und was war denn das für eine Feier "in der Nähe", dass sie der Kreisverwaltung so einen Schrecken einjagen? Und was bedeutet es, sich nach so einer Aktion gegenüber der Polizei "reumütig" zu verhalten? Was ist hier eigentlich los?

↔Holger Rößler, Karmitz

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