Online: 05.08.2016 - ePaper: 06.08.2016

Weitblick wäre gefragt

Betrifft: Artikel "Unterschriften gegen Maststall" und "Ein Hähnchen zu rupfen" (EJZ vom 4. August)

Es seien keine erheblichen Auswirkungen auf die Umwelt zu erkennen gewesen, und beide Ställe würden mit neuen Abluftreinigungsanlagen ausgestattet, wodurch sich die Immissionssituation verbessere, befand Manfred Haacke, Fachdienstleiter Bauordnung. Wohlweislich äußerte er sich nicht (zumindest nicht in diesem Artikel) bezüglich der zu erwartenden Grundwasserbelastung.

Schon seit Jahren ist bekannt, dass Deutschlands Grundwasser an EU-Richtlinien gemessen die Grenzwerte an Nitrat teilweise um ein Vielfaches überschreitet. Von "staatlich geduldeter Brunnenvergiftung" wird mit Recht gesprochen. (siehe auch http://www1.wdr.de/verbraucher/gesundheit/nitrat-104.html oder http://www.bund-niedersachsen.de/nc/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/naehrstoffbericht-zeigt-viel-zu-viel-guelle-huehnerkot-und-gaerreste-bund-fordert-bessere-kontro/)

Zweifelsfrei ist erwiesen, dass diese Vergiftung auf Massentierhaltung zurückzuführen ist. Die zuständige Kommission in Brüssel leitete daher im Juli 2014 ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland ein. Versäumnisse wurden aufgelistet, Fragen gestellt, Fristen gesetzt. Doch wieder geschah nichts. Jetzt legt die EU-Kommission nach: Wie der WDR erfuhr, bereitet Brüssel ein weiteres Vertragsverletzungsverfahren vor. Der Vorwurf diesmal: Verstoß gegen eine der zentralen Umweltschutz-Vereinbarungen der EU, die "Wasserrahmenrichtlinie".

Es ist also absehbar, dass über kurz oder lang andere Maßstäbe gelten werden. Entsprechender Weitblick von Landrat Schulz wäre jetzt gefragt!

↔Karl-Heinz Greve,

↔Quartzau

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