Online: 11.08.2016 - ePaper: 12.08.2016

Nichts mehr zu rupfen

Zu: "Ein Hähnchen zu rupfen" (EJZ vom 4. August)

Nein, die "Hähnchen" kann man nicht rupfen. Sie haben so gut wie keine Federn mehr und diese stinken abscheulich, weil sie mit den eigenen Ausscheidungen und denen ihrer hautnahen Nachbarn getränkt sind. Die tiergerechte Gefiederpflege findet mangels Raum und Umgebung nicht statt. Der "Ruf des Marktes" ist auch nur noch ein hohles Echo der Verbandsherrensprüche, "Wachsen oder Weichen" war voriges Jahrhundert.

Kluge Landwirte haben es trotz der (gewollten) jahrzehntelangen Handlungsversäumnisse der Politik für die Einführung echter Tierrechte, echtem und nachhaltigem Umwelt- und Verbraucherschutz vor Profitinteressen, Aufhebung der Privilegierung der industriellen Landwirtschaft, Streichung der Exportsubventionen für industriell erzeugte Landwirtschaftsprodukte und so weiter verstanden, auf ihren Flächen nachhaltig und mit Qualität regional zu wirtschaften.

Das ist der Markt, der fragt: Wo sind die Produkte in Bioland- und Demeter-Qualität? Wo bekomme ich regionale und regional veredelte Produkte? Hier gibt es die Chancen für die bäuerliche Landwirtschaft, die bisher nicht annähend die weiter steigende Nachfrage deckt, auch auf kleinen Flächen Qualität zu auskömmlichen Preisen zu produzieren.

Gert Brüning, Lüchow

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