Online: 11.08.2016 - ePaper: 12.08.2016

Nicht "fröhlich" weiterklagen

Zum Leserbrief "Windige Formulierungen" von Eckhard Fröhlich (EJZ vom 6. August)

Vor vielen Jahren hat Herr Schneeberg geschrieben, dass ihm die Stadtinsel sehr am Herzen liegt. Die von ihm sanierten Gebäude legen davon Zeugnis ab. 2001 wurde er von der Stadt gebeten, den Hafen zu übernehmen. Im Gegenzug wurde ein Grundstücksvertrag geschlossen. Etwas Besseres konnte der Stadt nicht passieren. Der Jachthafen erstrahlt im neuen Glanz.

Dass aber nicht alles, vor allem nicht die Aussichtsplattform freigegeben ist, ist wohl auf den Verdienst der Stadtinitiative zurückzuführen. Die Klage wegen Nichterfüllung des Vertrags ("fehlerhafter Hafeneinfahrt") hat die Stadt verloren. Sie forderte 120000 Euro. Herr Fröhlich schreibt von einem Batzen Geld, der der Stadt nun verloren gegangen ist. Ich denke, die Stadt hat 46000 Euro Anwalts- und Gerichtskosten in den Gully geworfen. Das war auch ein Batzen Geld. Herr Fröhlich schreibt weiter, dass der "Hafenbesitzer" mit windigen Formulierungen durchgekommen ist. Gegen den Vertrag, der Auslegungs- und Ermessensspielraum zulässt, ist Klagen eigentlich juristischer Selbstmord. Aber es kostet ja nicht das Geld der edlen Ratsherrn. Bei allen Berichten in der Presse und den Leserbriefen werde ich den Eindruck nicht los, dass hier viel Neid im Spiel sein muss. Es bleibt zu hoffen, dass die Stadt nicht "fröhlich" weiterklagen wird.

Eckhard Furchert, Hitzacker

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