Online: 18.08.2016 - ePaper: 19.08.2016

Abschottung im Klassenraum

Zu: "Klassenraum war gestern", EJZ vom 4. August

Einen großen Schreck habe ich bekommen, als ich das Foto in der EJZ sah. In dieser Einrichtung sollen Grundschüler unterrichtet werden? Jedes Kind einen eigenen (Computer-)Arbeitsplatz ohne Ablenkung, sprich: Kontakt zu Mitschülern? Vereinzelung und Abschottung scheint hier die Maxime. Ein Stuhlkreis - nicht vorstellbar!

Wo sind die Ideale von Integration und einander helfen geblieben? Wie sollen unter solchen Bedingungen die Kinder zu sozial kompetenten Erwachsenen werden? Wo bleibt der Aufschrei der Eltern? Wir hatten das Glück, dass meine Kinder noch in die Swinmarkschule Schnega gehen konnten, wo sie von Herrn und Frau Mozen und engagierten Lehrern in fast familiärer Atmosphäre mit viel Liebe und Herzblut ins Leben begleitet wurden. Zwar war auch in den 90er-Jahren der Leistungsdruck schon in der Grundschule angekommen, wo er meiner Meinung nach überhaupt nichts zu suchen hat, aber jetzt scheint für mich dieser Leistungsdruck in der "Vermöbelung" in den Lernlandschaften in Clenze noch eine äußere Form bekommen zu haben. Auch das Unterrichten in solchen Räumen kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, geschweige denn die Bildung von Zusammenhalt in der Klasse.

Und dann auch noch Stühle mit Rollen! Wahrscheinlich Lärmschutz? Auf jeden Fall kostentreibend für die Schule und bewegungsunfreundlich für die Kinder. Das geht ja in Richtung Großraumbüro - jeder arbeitet für sich alleine, aber alle sind unter Kontrolle. Hoffentlich haben die Clenzer Grundschüler Lehrer und Eltern mit Freude und Begeisterung für Erziehung, die sie auch mal über Tische, Schränke und Stühle springen lassen.

Claudia Huck, Billerbeck

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