Online: 23.08.2016 - ePaper: 24.08.2016

Mit der Luftmatratze in den Hafen

Betrifft: Klage der Stadt Hitzacker gegen Peter Schneeberg

Ja, nun hat Herr Schneeberg den Prozess gewonnen, den die Stadt Hitzacker gegen die Hafen GmbH geführt hat. Das Gericht urteilte, das Hafenprojekt sei vertraglich erfüllt und beendet worden. Es sei nicht vertraglich vereinbart worden, dass der Hafen uneingeschränkt nutzbar sein soll! Ach ja! Wenn es denn so vereinbart wurde? Was soll man machen! Oder? Von Journalisten lässt sich Herr Schneeberg nun bedauern, der wohl bundesweit einzige Unternehmer zu sein, der solch eine Summe (die Rede ist von zehn Mio. Euro) in seine Heimatstadt investiert und dann von der Stadt verklagt wird.

Über die Gründe lohnt es sich ja vielleicht einmal genauer nachzudenken. Er scheint der Meinung zu sein, es reiche aus, einen Hafen zu bauen, der aber von Schiffen leider nicht nutzbar ist, um Verträge zu erfüllen. Eigentlich sollte doch wohl ein maritimes Tourismusangebot geschaffen werden, sogar von großen Gastschiffen war einmal die Rede. So wie es jetzt aussieht, möchten aber wohl leider nur die Wenigsten mit Luftmatratzen anreisen, um den Hafen ganzjährig ansteuern beziehungsweise wieder verlassen zu können.

Da bin ich nun aber wirklich froh, dass die Stadtväter von damals, die ernsthaft derartige Verträge abgeschlossen haben und die Folgen davon teilweise auch heute noch nicht kritisch sehen wollen, mittlerweile in Hitzacker von anderen Mehrheiten abgelöst worden sind. Auch wenn es leider manchmal etwas kostet, Altlasten aufzuarbeiten, die man nicht zu verantworten hat.

↔Susanne Guhl, Hitzacker

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