Online: 23.08.2016 - ePaper: 24.08.2016

Beide Seiten Schwarz und Weiß

Betrifft: Leserbriefe "Palästinenser unter Druck? Und Israel?" von Volker Langbehn (EJZ vom 26. Juli) und "Brutale Eroberung" von Uta Helene Götz (EJZ vom 12. August)

Man solle das Thema Israel nicht mit Emotion, sondern mit geschichtlicher Sachkenntnis behandeln. Tatsache ist, dass zum Beispiel Mark Twain im Jahre 1867 in Judäa/Palästina gewesen ist und festgestellt hat, dass das Land kaum bewohnt war, außer von umherziehenden Beduinen. In den 500 Jahren des Osmanischen Reiches gab es nie einen Aufstand, eine Forderung nach einem "Staat Palästina". Nie in der Geschichte hat es je einen Staat Palästina gegeben.

Tatsache ist, dass auch nach der Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 nach Christus durch die Römer weiter Juden in diesem Gebiet lebten. Von Kreuzfahrern der sieben christlichen Kreuzzüge, darunter der berüchtigte Kinderkreuzzug 1212 (die ersten Kindersoldaten der Geschichte!) wurde berichtet, dass außer Moslems viele Juden hingemordet wurden. Dies ist gefeiert worden, beweist aber, dass Juden dort gelebt haben. Außerdem ist es bewiesene Tatsache, dass im 19. Jahrhundert Juden Land kauften. Eigentümer des Landes waren Großgrundbesitzer aus Damaskus und Beirut.

Die Juden, die ihr eigenes Gebiet - Sümpfe und Wüste - bearbeiteten, sind nicht mit Waffen, sondern mit Hacke und Pflug ins Land gekommen und haben es zum Blühen gebracht. Ein Land, das über 1000 Jahre öde lag. Es war "ein Land ohne Leute für Leute ohne Land", wie Lord Shaftesbury es in seinen Memoiren nannte. Die damaligen - 1880 - Palästinenser haben nie protestiert gegen das Osmanische Reich, auch nicht gegen die Okkupation 1948 des größten Teils des Palästinensergebietes durch das Königreich Jordanien. Wenn ein Staat Palästina entstehen sollte, dann müsste Jordanien einen Großteil des okkupierten Teiles abgeben. Das ist geschichtliche Tatsache.

Tatsache ist auch, dass - im Vergleich zum arabischen Raum - die wenigen Quadratkilometer, die das Land Israel bedeuten, nicht zur Mentalität der arabischen Welt passen. Israel ist ein demokratisches Land, mit Staatsgerichtshof und allen Freiheiten für Frauen. Im arabischen Raum gilt die Scharia, eine Gefahr für Länder der westlichen Welt. Man sollte sich aus dem Internet die "Charta der Hamas" laden und lesen, bevor man Israel verurteilt. Trotzdem, es gibt auf beiden Seiten Schwarz und Weiß. Leider. Aber einseitige Anschuldigungen stimmen nicht mit der Geschichte überein.

↔Dietrich Seebohm,

↔Hitzacker

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