Online: 23.08.2016 - ePaper: 24.08.2016

Telekom ist der Landkreis egal

Betrifft: Artikel "Das große Klagen" (EJZ vom 12. August)

Mit Entsetzen habe ich gelesen, dass die deutsche Telekom versucht, die Ausbaupläne für das schnelle Internet zu kippen und der Landkreis anscheinend keine Handhabe hat, dagegen vorzugehen. Der Breitbandausbau ist das Infrastrukturprogramm für die zukünftige Entwicklung des Landkreises, ich habe oft den Eindruck, dass das viele Kommunalpolitiker immer noch nicht begriffen haben. Sollten weite Teile des Landkreises weiterhin keinen Zugang zum schnellen Internet haben, dann wird der Landkreis veröden.

Wenn schnelles Internet deutschlandweit zur Verfügung steht (geplant für 2018!) und wir hier immer noch mit Dorf-DSL rumdümpeln, wird man weder Menschen bewegen können, ins Wendland zu ziehen, noch die hier Lebenden dauerhaft halten können. Viel zu wichtig ist das Internet mittlerweile für große Teile der Bevölkerung. Telefon und Fernsehen sind schon längst abgelöst durch die sozialen Medien, Streamingdienste für Filme und Musik, Informationsdienste etc. Und natürlich sind auch die beruflichen Möglichkeiten ohne schnelles Internet stark eingeschränkt, ob es der Upload von größeren Mediadateien ist, die Teilnahme an Videokonferenzen etc. Der Landkreis ist ohne schnelles Internet für viele Berufsgruppen dauerhaft keine Option. So auch für mich.

Die immer wieder genannte Alternative LTE ist bei genauer Betrachtung keine Option. Wegen der technisch bedingten Volumenbegrenzung bei LTE ist die Freude nur von kurzer Dauer. Es reicht schon, ein paar Filme zu schauen oder Dateien zu laden und schon ist das Volumen verbraucht, der Hahn wird zugedreht und das Internet tröpfelt nur noch aus der Leitung und ist quasi nicht mehr benutzbar.

Bleibt die Frage, was jetzt zu tun ist. Der Telekom kündigen, schlechte Presse für die Telekom? Der Telekom ist das Wohl des Landkreises offensichtlich vollkommen egal und sie hat nur Interesse an ihrem eigenen Profit. Und/oder ist die Strategie des Bundes einfach falsch, der denkt, der flächendeckende Breitbandausbau bis 2018 funktioniert rein über die freie Marktwirtschaft?

Ganz offensichtlich funktioniert das nicht, Telekom und Co. picken sich die Rosinen raus, und der Rest schaut in die Röhre. Wenn wir beispielsweise den Straßenbau ähnlich organisiert hätten, würden wir wahrscheinlich heute noch im Wendland mit Ochsenkarren herumfahren.

↔Dipl.-Ing. Philipp

↔Thürwächter, Luckau

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