Online: 26.08.2016 - ePaper: 27.08.2016

Kriegsbeil mit der Telekom begraben

Betrifft: Kommentar "Perfide Taktik" von Benjamin Piel (EJZ vom 6. August)

Mit zorniger Feder kritisiert Benjamin Piel die Deutsche Telekom, hält ihr Vorgehen für perfide, ja für "doppelperfide", weil sie sich nach langem Zaudern entschlossen hat, das Kupferkabelnetz notdürftig für ein schnelles Internet aufzurüsten - in Teilen des Landkreises; dadurch werde die kommerzielle Basis für ein flächendeckendes Glasfasernetz ausgehöhlt. Der Ärger ist verständlich: Denn nur per Glasfaser kann das Wendland den Anschluss an die moderne Medienwelt finden, auf den es so dringend angewiesen ist.

Für das Projekt, das 32 Millionen Euro kosten soll, hat der Landkreis 20 Millionen Euro Fördermittel eingesammelt, wozu man ihm nur gratulieren kann. Aber ist es klug, nunmehr das gesamte Netz in eigener Regie zu bauen, die fehlenden zwölf Millionen Euro bei den Banken zu leihen und den Kreis mit dieser Schuldenlast Jahre, wenn nicht Jahrzehnte zu belasten? Sich - weil man ja selbst zu wenig vom Netzausbau versteht - während der Bauphase und danach komplett von Beratern abhängig zu machen? Und das Ganze nun noch mit einer gegen die Telekom erhobenen Unterlassungsklage zu krönen, deren Ausgang in den Sternen steht und deren einzige garantierte Wirkung ein weiterer, unerträglicher Zeitverlust für Bürger und Firmen im Wendland sein wird?

Könnte es nicht doch zielführender sein, das Kriegsbeil mit der Telekom zu begraben und einen Weg zu suchen, dass die Telekom, unter Nutzung der Fördermittel, das Netz baut und betreibt, natürlich mit wasserdichten Garantien für Kreis und Internet-Nutzer? Für den eigentlichen Netzbetrieb müsste sich die Kreisverwaltung doch ohnehin einen geeigneten Betreiber suchen - warum denn nicht bereits für die risikoreiche Bauphase? Praktisch hieße das: Abrüsten im Schlachtgetümmel und gemeinsam eine pragmatische Lösung suchen, mit der beide Seiten leben können und die uns allen das schnelle Internet rasch bringt - nicht erst am St. Nimmerleinstag.

↔Dr. Hans Christoph

↔von Rohr, Gummern

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