Online: 26.08.2016 - ePaper: 27.08.2016

Hermann Löns ein Rassist?

Betrifft: Artikel "Der Heidedichter schlechthin" (EJZ vom 9. August)

Hermann Löns war nicht nur Heidedichter, sondern wohl auch rechtsextrem-völkisch: Im Untergeschoss des Hauses einer Landwirtschaftskammer-Filiale fand ich eingerahmt und mit Hinweis auf die Verfasserschaft von Hermann Löns den folgenden bauerntümlerisch-völkischen "Blut-und Boden"-Text, der den rassistischen Bestrebungen der Nazis sicher gut in den Kram passte:

"Ehe ihr da waret / ihr Leute aus der Stadt / ob reich / ob arm / ob hoch / ob niedrig / war ich da. / Ich brach den Boden / ich säte das Korn / ich schuf das Feld / auf dem ihr leben und gedeihen konntet mit eurem Gewerbe / eurem Handel / eurer Industrie / eurem Verkehr. / Ich fand das Recht / ich gab das Gesetz / ich wehrte den Feind ab / ich trug die Lasten jahrtausendelang. / Ich bin der Baum und ihr seid die Blätter / ich bin die Quelle und ihr seid die Flut / ich bin das Feuer und ihr seid der Schein."

So denkt er und so darf er denken.

"Wo wären wir / hätte nicht der Bauer die starken Knochen / die derben Nerven und das gesunde Blut gehabt? / Ausgelöscht hätten uns Hunger / Pest und Krieg. / Nie wieder wären wir aufgestanden nach dem Dreißigjahrekriege. / Und wo wäre unser ureigenes Wesen geblieben / unter dem römisch-fränkisch-französischen Lack / den uns die Zivilisation brachte / wäre deutscher Geist nicht lebendig geblieben / unter den Strohdächern der Dörfer?"

Gut, dass solche Texte bei den allermeisten Bürgern und Landwirten keinen Anklang mehr finden.

↔Eckehard Niemann,

↔Bienenbüttel

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