Online: 09.09.2016 - ePaper: 10.09.2016

Arroganzohnegleichen

Betreff: Hafenvertrag Hitzacker

Die Stadt Hitzacker unterliegt im Rechtsstreit gegen die Hafengesellschaft, der bedauerliche Höhepunkt der Fehde einer hauchdünnen Wähler-Mehrheit der Gruppe der Acht gegen Peter Schneeberg. Es gilt hier nicht, ihn zu verteidigen. Sich aber an seiner Person abzuarbeiten, kann kein Ziel sein. In einer kommunalen Vertretung Schlachten von vorgestern zu schlagen mit einer fast pathologischen Verbissenheit, zeugt nicht von Verantwortung. Es war schon eine Macht-Demonstration der besonderen Art, als nach der Wahl des Stadtrates es in der hiesigen Inselpostille tönte, dass eben diese Acht nun die Geschicke in Hitzacker bestimmen - eine Arroganz ohnegleichen. In der Kommunalpolitik geht es um die Auseinandersetzung in der Sache, die Partei- oder Gruppenzugehörigkeit sollte keine Bedeutung haben, das bleibt Land und Bund vorbehalten. Immerhin hat die Mehrheit der Acht auf eine Berufung gegen ihre Niederlage verzichtet, wohl weniger aus Gründen der Vernunft, eher dem Wählerdruck geschuldet. Wenn nun aber flapsig davon die Rede ist, durch das Urteil sei der Stadt "ein Batzen Geld durch die Lappen gegangen", ist dies eine Chuzpe. Haben wir es doch mit neuen Schulden von 50000 Euro zu tun, für Hitzacker eine Katastrophe.

Es ist festzuhalten, dass beim Abschluss des Hafenvertrages offenbar eine Euphorie hinsichtlich eines maritimen Hitzackers geherrscht hat, dass aber die Umsetzung nicht im Fokus stand, auch wohl auf eine gutachterliche Überprüfung des Vertrages verzichtet wurde, obwohl Vertragslücken offenkundig und regelrechte Ausstiegsklauseln erkennbar waren. So war der jüngste Streit über eine Lasten-/Autofähre eine Absurdität, zum einen wegen der nicht praktikablen Lage in der Stadt und auf der anderen Seite der Elbe hat man es - leider - mit einer Art von Niemandsland zu tun, nur wenige Autos würden zu uns kommen, und in letzter Konsequenz müssten dann Fußgänger und Radfahrer allein die deutlich höheren Betriebskosten einer Autofähre tragen. Ach ja, ausgeblendet in diesen ganzen Querelen war der Stadtdirektor Jürgen Meyer, vielleicht überfordert durch die Ämterhäufung, auch Samtgemeinde-Bürgermeister und auch Stadtdirektor von Dannenberg zu sein. Er, der Herrscher über Fördergelder, wo waren seine Warnungen ob des unsinnig gewordenen Fähranlegers in Bitter? Abschließend die folgende Hoffnung, mögen nach der anstehenden Wahl die beschriebenen Querelen im ewigen Nirvana entschwinden.

↔Manfred Stahnke, Hitzacker

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