Online: 09.09.2016 - ePaper: 10.09.2016

Baumkontrolleur unnötig

Betrifft: Artikel "Nach morsch kommt Knast" und Kommentar von Jens Feuerriegel "Große Würfe", (EJZ vom 27. Juli)

Im Kommentar "Große Würfe" des EJZ-Redaktionsleiters Jens Feuerriegel war erfreulicherweise unter anderem zu lesen, dass die Samtgemeinde Lüchow es in das Entschuldungspaket des Landes geschafft hat und derzeit sogar ohne neue Kassenkredite auskommt. Eine strikte Haushaltsführung ist sicherlich für dieses schöne Ergebnis verantwortlich. Gut so!

Nun kommt man plötzlich jedoch auf die Idee, dank erfolgter Einsparungen wieder Geld auszugeben. In der Samtgemeinde wird thematisiert, einen Baumkontrolleur einzustellen, kalkuliert werden Gehaltskosten von immerhin 50000 Euro pro Jahr, ferner Büroausstattung und sogar ein Kraftfahrzeug. Diese beabsichtigte Maßnahme würde die weiter nötige straffe Haushaltsführung konterkarieren.

Die Angst einiger Bürgermeisterinnen und Bürgermeister vor einer eventuellen Haftung bei einem möglichen Schaden erscheint nachvollziehbar. Nur das aufgezeigte Problem ist einfacher und kostengünstiger zu lösen: 1. Im Landkreis Lüchow-Dannenberg, im Fachdienst 67 Natur- und Landschaftsschutz, arbeiten sehr gut ausgebildete Fachkräfte, die im Rahmen einer Amtshilfe jede Stadt und Gemeinde auf Anfrage beraten können und unter anderem "gefährliche Bäume" beurteilen, Gefahr ja oder nein. 2. In der Kreisstadt Lüchow ist der Sitz der Forstbetriebsgemeinschaft Ostheide. Hier besteht die Möglichkeit, ebenfalls Fachbeistand über dort beschäftigte Förster einzuholen. Jede Stadt oder Gemeinde kann dort Mitglied werden. 3. Im Landkreis droht nicht täglich ein Schaden durch umfallende Bäume. Hier wohnen auch mündige Bürgerinnen und Bürger, die auffällige Bäume ihrer Gemeinde direkt oder über Ortsvertrauensleute anzeigen. Dann kann gezielt gehandelt werden.

Alle diese Maßnahmen kosten nichts oder wenig Geld und führen genauso zum Ziel, eine mögliche Gefahrenstelle aufzuzeigen und abzustellen. Nun bei guter Kassenlage gleich das ersparte Geld zum Fenster heraus zu schmeißen und einen teuren Baumkontrolleur einzustellen, erschließt sich mir nicht. Sind finanzielle Spielräume in der Samtgemeinde vorhanden, dann bitte Grundschulen weiter sanieren und Geld investieren für unsere Jugend, Stichwort: Jugendzentren und Jugendtreffs.

↔Ralf Ristau, Wustrow

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