Online: 09.09.2016 - ePaper: 10.09.2016

Fragen an Kandidaten

Betrifft: Offene Fragen zu Senioren-Problemen

Mit diesem Aufruf zum Wahlboykott möchten wir, die Demenz-Selbsthilfe, unseren Beitrag dazu leisten, dass sich die Kandidaten äußern, wofür sie stehen und warum sie gewählt werden wollen. Die Veränderung durch den demografischen Wandel wird unzureichend zur Kenntnis genommen. Klimawandel und Haushaltskonsolidierung - sind das wirklich die Themen, die rund 50 Prozent unserer Bevölkerung 60 plus im Landkreis beschäftigt? Was bedeutet eigentlich die gepriesene Gesundheitsregion Lüchow-Dannenberg für die Menschen vor Ort? Fragen Sie doch mal die Frauen, die ihre Eltern, Schwiegereltern und Ehemänner zuhause gepflegt haben?

Wo bleibt der "offene Treff", besonders für Alleinstehende, die sich einmal am Tag eine altersgerechte bezahlbare warme Mahlzeit wünschen? Mangelernährung und Flüssigkeitsdefizite sind häufig Folgen der Vereinsamung und führen direkt ins Heim. Das Internet ist voll von Hinweisen. Wohlfahrtsverbände und gewerbliche Wirtschaft können das nicht leisten. "Essen auf Rädern", ist das die Lösung? Zwangsbeschäftigung und kollektives Gedächtnistraining, bedeutet das etwa Teilhabe am gesellschaftlichen Leben? Wer macht sich eigentlich stark für ein menschenwürdiges Leben im Quartier und in Senioren- beziehungsweise Pflegeeinrichtungen? Wer wertschätzt die ehrenamtliche Arbeit der Non-Profit-Organisationen?

Quartiersentwicklung, Mobilität und Internet sind Themen, die leider in Meetings ohne sichtbaren Erfolg endlos diskutiert werden. Siehe Prof. Dr. Gunter Duecks "Schwarmdumm". Wo bleibt das emotionale Engagement der "Seniorenvertreter" und Kommunalpolitiker? Ruhe, Gelassenheit und Zurückhaltung - scheint ja alles in Ordnung zu sein. Warum sollen dann die Bürger überhaupt wählen?

↔Hans-Gregor Jannes, Geschäftsführer Alzheimer-Gesellschaft Lüchow-Dannenberg e.V., Selbsthilfe Demenz

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