Online: 13.09.2016 - ePaper: 14.09.2016

Viele Lehrer überfordert

Betrifft: Artikel "Lehrer ist nicht das Gesetz" (EJZ vom 24. August)

Ich weiß nicht, ob ich über die Ankündigung des Aufklärungsbuches "Lehrer ist nicht das Gesetz" lachen oder weinen soll. Dient dieses doch vermutlich mehr den Anwälten als dem Schulfrieden.

Schule hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Schüler lernen bereits vor dem Schulbesuch ihre Rechte kennen, ihre Pflichten viele vermutlich nie. Ein Lehrer muss sich heute zweimal überlegen, ob er einen Schüler überhaupt anfasst, und wenn Schüler ihre Lehrer schlagen, was in vielen Regionen keine Seltenheit mehr ist, dann ist dieser besser beraten, sich die Zähne ausschlagen zu lassen als sich zu wehren, ansonsten muss er mit einem Disziplinarverfahren und mit rechtlichen Auseinandersetzungen rechnen. Und wenn Schüler nicht ihre ersehnten Abiturnoten bekommen, dann ist der Einsatz eines Rechtsanwaltes ein zusehends begehrtes Druckmittel.

Da wir an vielen Schulen überwiegend alleinerziehende Eltern haben und teilweise einen Ausländeranteil von über 80 Prozent und mehr, sind viele Lehrer und Schulen restlos überfordert. Ich bin mir sicher, würde man endlich ein bundesweit einheitliches Schulgesetz schaffen und Schule und Lehrerausbildung nach den Forschungsergebnissen der Gehirnforschung ausrichten - unsere Schulgesetze stammen noch aus der Kaiserzeit -, dann gäbe es keinerlei Anlass, ein solches Buch zu schreiben

Hoffnungen, dass sich bei den nächsten Wahlen etwas daran ändert, habe ich jedoch nicht. Es sind ja nur Kinder/Schüler, und ihre Anzahl verringert sich zusehends.

↔Norbert Janiesch,

↔Groß Sachau,

↔Lehrer und Coach

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