Online: 13.09.2016 - ePaper: 14.09.2016

Gorleben kein Thema mehr?

Betrifft: Artikel "Halb voll, halb leer" (EJZ vom 29. August)

Zum elften Mal in Folge wurde die Feuerwehr-Wettkampfgruppe aus Woltersdorf Sieger bei den Wettkämpfen des Kreisfeuerwehrtages. Glückwunsch! Doch mit dem Glückwunsch muss wohl inzwischen auch eine Warnung verbunden werden. Wenn sich Ereignisse wiederholen, hat es laut EJZ-Redakteur Jens Feuerriegel keinen Neuigkeitswert, und dann wird schwer überlegt, ob es einen Artikel wert ist. Also nächstes Jahr lieber mal eine andere Mannschaft gewinnen lassen, oder? Gefahr laufen dann auch Schützenfeste, Zwergentage und viele Stadtfeste, weil sie immer nach dem gleichen Muster verlaufen. Nur wenn noch genug Leute kommen, wie beim Besuch des Ministerpräsidenten Stephan Weil und seines Kabinettskollegen Stefan Wenzel in Gedelitz, gibt es noch Platz in der Heimatpresse. Wenzel selbst steht bestimmt auch schon auf der Streichliste, weil der Minister zu oft das Gespräch mit der Basis sucht.

Gorleben, so hat die Redaktion ausgemacht, hat keine kommunalpolitische Bedeutung mehr, steht also auch auf der Streichliste. So soll zwar einer Standortregion bei einem Auswahlverfahren eine hohe Bedeutung beigemessen werden, und Gorleben ist Kandidat, egal. Wenn dann noch ein Rostfass auftaucht, dann heißt die Devise, hatten wir schon. Flugbewegungen über Gorleben, hatten wir schon. Katastrophenschutz, Altersmanagement bei Zwischenlagern, die zu Dauerlagern werden, nichts Neues. Was bleibt, ist das Wetter, das ist zwar auch nicht jeden Tag neu, aber das liest jeder gern, auch wenn man selbst mal vor die eigene Haustür gucken kann, was bei den Dauerthemen nicht der Fall ist.

↔Wolfgang Ehmke,

↔Breese an der Göhrde

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