Online: 13.09.2016 - ePaper: 14.09.2016

Waren Heiler alle Scharlatane?

Betrifft: Kommentar "Teurer Hokuspokus" von Benjamin Piel (EJZ vom 13. August)

Diesen Kommentar finde ich doch sehr negativ formuliert. Scheinbar hat Herr Piel schlechte Erfahrung gemacht oder nur negative Berichte zitiert. Es ist unfair, alle, die in diesen Bereichen tätig sind, über einen Kamm zu scheren. Sicherlich gibt es nicht nur auf diesem Sektor schwarze Schafe, ebenso in der Politik, Wirtschaft, Medizin, Pharmazie, religiösen Einrichtungen aller Art, zweifelhafte Organisationen, auch die Presse wird nicht ausgenommen. Überall gibt es Licht und Schattenseiten, denn wir leben in einer Polarität, und es liegt an uns selber, uns zu entscheiden, was wir kennenlernen wollen.

Es ist doch keine Frage, dass jeder seine Meinung schreiben darf. Aber wenn in diesem Kommentar Marianne Kollhoff zitiert wird, die diese Hexen- und Kräutertage schon seit zehn Jahren erfolgreich organisiert (die Besucherzahlen beweisen es), dann ist das kein Kavaliersdelikt mehr, das ist eine Diffamierung aller Beteiligten der Aktionstage in Lübeln. Frau Kollhoff ist sehr bedacht, dass sich keine Scharlatane einschleichen.

In dem Kommentar heißt es noch, dass Menschen, die behaupten, mit übersinnlichen Kräften heilen zu können und dass Steinchen über magische Kräfte verfügen, Scharlatane sind. Dann lesen Sie doch mal die Biografie von Hildegard von Bingen oder Pfarrer Kneipp oder den größten Heiler aller Zeiten "Jesus" - waren das alle Scharlatane? In Bayern ist man sehr offen mit den alternativen Heilmethoden. Denn die Schulmediziner, ja sogar einige Krankenhäuser arbeiten mit Heilern zusammen. Entscheidend ist doch das Ergebnis, und was dem Menschen gut tut, ist doch das Wichtigste. Ich kenne keinen seriösen Heiler, der sein Vermögen mit seiner Arbeit verdienst hat. Es ist erwiesen - sogar wissenschaftlich, dass Hände mehr können als vielleicht Ihre Hände, die nur Kaffeebecher halten, boxen und streicheln können - erkundigen Sie sich mal - Energie ist messbar. Heiler, Schamanen, Kräuterkundige und Astrologen gab es schon weit vor der Schulmedizin - alles hat seine Daseinsberechtigung. Das Wichtigste ist doch in allem: Lernen wir zuzuhören, und oft wissen wir dann, wo der Schuh drückt. Wir haben keine Zeit mehr, miteinander zu reden, den Anderen zu akzeptieren, so wie er ist, und darauf zu achten, den anderen nicht zu verletzen - egal in welcher Art, verbal oder körperlich.

Hildegard Stolle, Mauern

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