Online: 07.10.2016 - ePaper: 08.10.2016

Ideologieim Spiel?

Betrifft: Kommentar zum SPD-Kompromiss zu CETA und TTIP von Joachim Zießler (EJZ vom 20. September)

Ich bin hier wieder einmal überrascht und befremdet, wie oberflächlich und wenig angemessen ein professioneller Journalist ein so komplexes Thema wie die gesellschaftliche Auseinandersetzung über die Freihandelsabkommen TTIP und CETA kommentieren kann. Den Gegnern dieser Abkommen ausschließlich ideologische Argumentation vorzuwerfen, zeugt entweder von Unkenntnis oder Einseitigkeit. Oder wie könnte Joachim Zießler erklären, dass sich die Parteigenossin und ehemalige Justizministerin Herta Däubler-Gmelin völlig unzufrieden mit dem CETA-Abkommen bezüglich des Investorenschutzes zeigt? Alles Ideologie? Oder dass sich Vorstände von Stadtwerken und Wasserverbänden ebenfalls sehr besorgt darüber zeigen, dass sich auf grund von CETA private Investoren in die existentiellen Versorgungsbereiche der Kommunen drängen können? Alles Ideologie? Ich hätte da von einem Kommentator schon erwartet, dass er differenzierter ein solches Thema behandelt. Oder sollte da auf seiner Seite Ideologie mit im Spiel sein?

↔Wolfgang Eisenberg, Bösen

^ Seitenanfang