Online: 07.10.2016 - ePaper: 08.10.2016

"Feindaufklärung"

Betrifft: Leserbrief "Anti-Antifa" (EJZ vom 22. September)

"Anti-Antifa" nennen Neonazis das gezielte Sammeln von Fotos, Namen und Adressen von vermeintlichen politischen Gegnern. Darunter fallen alle Menschen, die sich öffentlich gegen Nazis engagieren, wie auch zum Beispiel Journalistinnen und Journalisten, Politiker, Lehrer, Gewerkschafter und Polizist. Bei manchen Neonazis heißt diese perfide Taktik, die es schon seit den 1980er-Jahren gibt, in Anlehnung an den Nationalsozialismus "Feindaufklärung". Vor allem bei Demonstrationen kommt es immer öfter vor, dass als Fotoreporter getarnte Rechtsextremisten Aufnahmen von missliebigen Personen machen und diese später, teilweise mit Namen und Adressen, ins Internet stellen - oft mit schwerwiegenden Folgen für die Betroffenen. Die "Anti-Antifa"-Aktionen der Neonazis gehen von Drohanrufen, über Sachbeschädigungen bis hin zu gewalttätigen Angriffen.

Der Vorschlag von Klaus Baade, NPD-Kandidat für Bremen im Jahr 2009, ist also nicht neu. Enthält aber unverhohlen die Aufforderung zur Gewalt gegenüber Menschen, die sich für eine offene, vielfältige Gesellschaft einsetzen und alten wie neuen Nazis mutig entgegen treten.

↔Katrin Karmann, Diahren

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