Online: 13.10.2016 - ePaper: 14.10.2016

Gut gemeint, aber...

Betrifft: Kommentar "Gruppe R" von Jens Feuerriegel (EJZ vom 1. Oktober)

Herrn Feuerriegels Vorschlag für eine Koalition der Realisten und Ja-Sager erinnert an Frau Merkels "alternativlos". Wenn die Verhältnisse eng werden, versucht jeder mit möglichst griffigen Formulierungen seine Zuhörer oder Leser auf seine Seite zu ziehen. Sowohl Feuerriegels als auch Merkels Formulierungen meinen: "Ordne dich unter, pass dich den Verhältnissen an". Das mag ja nicht immer falsch sein, aber man sollte schon aufpassen, aus welcher Richtung solche Formulierungen kommen und wohin sie führen.

Reicht es schon, Realist sein zu wollen? Ich habe keine Zweifel, dass Herr Feuerriegel es wieder einmal gut meint, ich beobachte aber, dass wir gar nicht wenige Realisten haben: Ganz realistisch haben sie ihren persönlichen Vorteil im Blick. Die einen um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, andere weil es einfach Spaß macht. Das sei eben beides menschlich und alternativlos, höre ich. Eine Alternative will nun eine Partei bieten, mit der besorgten Aufforderung doch die Realität zu sehen. Die Verhältnisse werden eng, da sollte man nicht nur die Koalition der Realisten im Blick haben, sondern auch, wozu man "Ja" sagt.

Christoph Lang, Loge

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