Online: 24.10.2016 - ePaper: 25.10.2016

Sind Recht und Moral vereinbar?

Betrifft: Artikel "Eine bewegende, offene Frage" (EJZ vom 11. Oktober)

Ganz sicherlich verbrachten sehr viele Leser und Leserinnen einen total spannenden Abend vor dem Fernsehgerät, um sich den ursprünglich als Theaterstück geschriebenen Film "Terror" anzusehen. Das Publikum erfuhr gleich zu Anfang, dass es als Schöffe fungieren soll und am Ende sein Urteil per TV abzugeben habe. Der Zuschauer war also aktiv beteiligt. Genauso geht es zu in Hellas Theaterclub, in dem Stück "Die Gerichtsverhandlung", das ich mir voller Begeisterung angesehen habe und das Hella Pfefferling-Hunold, gekonnt reduziert, auf das Zwischenlager in Gorleben bezogen, mit der gleichen Problematik verfasst hat.

Im Mittelpunkt steht ein Angeklagter, der, um das Leben von einer großen Anzahl von Menschen zu retten, eine sehr geringe Anzahl von Menschen opfert. Sind Recht und Moral vereinbar? Wie steht es um die Würde des Menschen? Ist der Angekagte schuldig oder unschuldig? Darüber entscheidet am Ende das Publikum als Schöffe, indem es in die Waagschale der Gerechtigkeit eine Glaskugel legt, in die für schuldig oder in die für nicht schuldig. Ich möchte Sie animieren, teilzuhaben an dieser kurzweiligen Aufführung mit sechs wunderbaren, ganz unterschiedlich gepolten Schauspielern. Sie werden Ihr Dabeisen ganz bestimmt nicht bereuen.

↔Helga Steckel,

↔Küsten

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