Online: 24.10.2016 - ePaper: 25.10.2016

Braunschwarze Vergangenheit

Betrifft: "Analyse: Ist Sachsen eine Bananenrepublik?" (EJZ vom 13. Oktober)

Nicht nur Sachsen, sondern ganz Deutschland ist in vielen Bereichen eine Bananenrepublik. Beispiele gefällig?

Nach 27 Jahren noch immer geteilte Ministerien in Berlin und Bonn, wo Naziverbrecher nach dem Krieg bei der CDU geschützt und mit hohen Ämtern versorgt wurden (EJZ vom 11. Oktober). Wie immer in der Politik erfahren wir nur die Spitze des Eisbergs. Wann endlich erfährt die Öffentlichkeit, dass Adenauer Anfang der 50er-Jahre die Wiedervereinigung zum Preis der Neutralität verhinderte? Ist Österreich damit so schlecht gefahren? Wieviel Leid wäre vielen erspart geblieben? Seit Jahren geifert die CDU gegen die Linke, dass diese die Nachfolgepartei der SED sei. Bei ihrer braun-schwarzen Vergangenheit muss sich die CDU sagen lassen, dass sie die Nachfolgepartei der NSDAP ist. Der BGH urteilt: Fußballclubs können Geldstrafen an randalierende Fans weitergeben. Was ist selbstverständlicher? Nach der bisherigen Handhabe konnte ich also im Schützenhaus randalieren, und der Verein zahlt Strafe dafür - da macht Randale Spaß. Polizeieinsatz bei Fußballspielen: Zigtausend Polizisten werden zweckentfremdet eingesetzt, während die Vereine mit Millionen um sich schmeißen. Merke: Wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen und nicht die interessierte Allgemeinheit. Dasselbe bei Atommülltransporten, die viele tausend Polizisten durchprügeln müssen, die sicher nicht alle Atombefürworter sind. Um aber den Verkehr auf einer Umleitungsstrecke zu überwachen (B191), dafür kann nicht mal eine Handvoll abgestellt werden.

3300 Euro für die Umbuchung einer Reise. Um das zu verstehen, muss man seinen Verstand gründlich wegstudiert haben. 90 Prozent des Reisepreises für eine Umbuchung beschied der BGH im Gegensatz zum Landgericht München. Laut BGH urteilen dort wohl verbraucherfreundliche Deppen, die eines Besseren belehrt werden mussten - im Namen des Volkes?

Ein Raser fährt eine 17-Jährige tot und bezahlt 2700 Euro. Das ist geradezu ein Tipp, wie man sich preiswert unliebsamer Personen entledigt.

Bei Gerichtsverhandlungen im Fernsehen sind die Opfer im Bild zu sehen, und es werden geständige oder überführte Täter geschützt, damit sie nicht erkannt werden, um ja niemanden zu warnen, wenn sie in Freiheit ihre Bewährungsstrafen verbüßen. Zu mehr reicht es leider zu oft nicht, die kriminelle Weiterentwicklung könnte ja behindert werden. Man kann sich bei zu vielem nur noch in Sarkasmus flüchten. Nicht zu vergessen die vielen "Blüten", die jährlich vom Bund der Steuerzahler vergeblich angeprangert werden.

Es gibt also Beispiele ohne Ende. Und allem setzt Bundeskanzlerin Angela Merkel die Krone auf. Erst bittet sie Abertausende ohne jede Kontrolle ins Land, um jetzt, da das Kind in den Brunnen gefallen ist, lauthals konsequente Abschiebung zu fordern. Ein solches Verhalten gereichte jeder vermeintlichen Bananenrepublik zur Ehre.

↔Willi Grande, Prisser

^ Seitenanfang