Online: 04.11.2016 - ePaper: 05.11.2016

Ein "idealer Haltepunkt"

Annemarie Kapp (Leitstade) zur EJZ vom 1. Oktober:

Natürlich ist die Ankündigung, dass die Wendlandbahn im Zwei-Stunden-Takt fahren soll, längst überfällig. Ist diese Forderung doch schon über 20 Jahre alt. Man könnte ja jetzt glauben, dass die Wichtigkeit des ÖPNV gerade auch auf dem Land endlich bei den zuständigen Stellen angekommen ist. Doch weit gefehlt. So soll doch eben mal der Bahnhof in Leitstade geschlossen werden.

Seit der Einführung des Tickets des Hamburger Verkehrsverbunds ist die Zahl der täg-lichen Pendler gestiegen. Und auch sonst hat sich die Zahl der Ankommenden und Abfahrenden erheblich erhöht. Es wäre recht interessant zu erfahren, wer und wie hier die Bahnkunden gezählt werden, spricht doch der Herr Samtgemeinde-Bürgermeister Jürgen Meyer von einer "verschwindend geringen Zustiegszahl". Woher weiß er das?

Und um die Schließung noch schmackhafter zu machen, wird der Bahnhof auch noch in die "unmittelbare Nähe" des Bahnhofs Göhrde verlegt. Es ist nicht zu begreifen, dass der ÖPNV, statt ihn zu verbessern und zu erweitern, durch Bahnhofschließung und abschreckendem Busverkehr noch eingeschränkter wird.

Dazu gehört auch die Mitnahme des Fahrrades, die in Hamburg kostenlos ist und hier auf dem Land, wo es als Ergänzung zum ÖPNV gelten könnte, Geld kostet. Der Bahnhof Leitstade ist nicht nur Bahnhof für die umliegenden Dörfer bis zur Elbuferstraße, sondern auch für den Tourismus, der für den Landkreis ja immens wichtig ist, ein idealer Haltepunkt. Liegt er doch mitten im Wald, für Wanderer und Radwanderer ideal. Vielleicht sollten sich mit diesem wichtigen Thema nicht unbedingt die überzeugten Autofahrer beschäftigen.

 

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