Online: 04.11.2016 - ePaper: 05.11.2016

Gewalttätige Ausschreitungen gesetzeswidrig

Klaus Baade (Lüchow) zur EJZ vom 8. Oktober

Etwas Wahrheitswidrigeres ist mir noch nie vor Augen gekommen. Gewalttäter werden zu sanften verfolgten Lämmern, die unter Ausspähung leiden. Um den gewünschten Effekt zu erreichen, wendet Frau Karmann das abgestandene und längst stumpf gewordene Verfahren der pauschalen Nazi-Diffarmierung an.

Abgesehen von dieser ebenso vielfältigen wie unsubstantiierten Methode, auf deren Wirksamkeit man sich offenbar immer weniger verlassen kann, wie die deutlich veränderte Stellungnahme des deutschen Volkes beweist, besteht der Hauptzweck darin, auf diese Weise jede politische Auseinandersetzung mit einem sachlich vorgetragenen Thema abzuwürgen und niederzuschlagen. Frau Karmann betreibt außerdem das Gewerbe der Falschmünzerei und das simple Verfahren der Seitenvertauschung, indem sie die der eigenen Seite anzulastenden schweren Vorwürfe einfach auf die korrekt vorgehende Gegenseite projiziert und die Exzesse der Antifa nicht nur als solche negiert, sondern absurderweise deren Gegnern anzuhängen sucht.

Es dürfte außer Frage stehen, dass die gewalttätigen und kriminellen Ausschreitungen der Antifa gegen legitime Andersdenkende gesetzeswidrig sind und mit Demokratie nichts gemein haben. Wäre es anders, würde kein Polizeiaufgebot erforderlich sein und eingesetzt werden. Frau Karmann wirft sich also aus blindem Parteihass zur Verteidigerin eines anscheinend von ihr bevorzugten gesetzlosen Zustandes auf. Würden diese Bestrebungen in Zukunft allgemeingültig, so wäre das bestehende System in der Tat nichts anderes als eine misslungene Karikatur dessen, was unter Demokratie zu verstehen ist. Es entstünde eine Ordnung, die eine verzweifelte Ähnlichkeit mit der bolschewistischen Schreckensherrschaft in Russland im Jahre 1917 hätte. Es ist kein Zufall, dass viele Revolutionshelden 1917-1918 in Russland und Deutschland zu den Idolen der Antifa gehören.

Die persönlichen Unterstellungen der Frau Karmann betrachte ich aus solcher Quelle als Ehrenerweisungen. Die mir vorgeworfene Kandidatur liegt um viele Jahre zurück, hat nie praktische Bedeutung gewonnen, wurde von vornherein in dieser Weise definiert und geschah aus privat motiviertem Entgegenkommen. Frau Karmann soll mir dessen ungeachtet erläutern, inwiefern das Eintreten für eine gesetzlich zugelassene Partei einen Verstoß gegen demokratische Grundrechte darstellt, von denen sie als Verteidigerin der Antifa schwerlich viel halten dürfte.

 

^ Seitenanfang